USA beantragen Auslieferung von Megaupload-Gründer Kim Schmitz

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Anwälte stellen am Sonntag einen entsprechenden Antrag bei einem Gericht in Neuseeland. Er gilt auch für die Megaupload-Manager Mathias Ortmann, Bram van der Kolk und Finn Batato. Eine erste Anhörung findet im August statt.

Die Vereinigten Staaten haben offiziell die Auslieferung des Megaupload-Gründers Kim Schmitz beantragt. Er soll zusammen mit den drei weiteren Beteiligten Mathias Ortmann, Bram van der Kolk und Finn Batato von Neuseeland an die US-Justiz überstellt werden. In den USA werden ihnen unter anderem Verstöße gegen das Urheberrecht vorgeworfen.

Die Anträge wurden am Sonntag von Anwälten, die die USA vertreten, beim zuständigen Gericht in Neuseeland gestellt. Das berichtet die Zeitung New Zealand Herald.

Schmitz war am 19. Januar verhaftet worden war, nachdem die US-Regierung Anklage gegen ihn wegen organisierter Verschwörung zum Begehen von Urheberrechtsverletzungen, Geldwäsche und Piraterie eingereicht hatte. Nach seiner Verhaftung wurde ein Großteil seines Besitzes beschlagnahmt, darunter Luxusautos und Bargeld in Millionenhöhe. Schmitz saß mehr als einen Monat in Untersuchungshaft. Vor fast zwei Wochen wurde er jedoch überraschend auf Kaution entlassen. Seitdem steht er unter Hausarrest.

Dem Bericht zufolge hatten die US-Behörden nach Schmitz’ Verhaftung 45 Tage Zeit, um einen Auslieferungsantrag zu stellen. Eine Entscheidung über den Antrag wird sich offenbar hinziehen. Eine erste Anhörung wurde vom Gericht für August angesetzt.

Die von Schmitz und den Mitangeklagten betriebene Filesharing-Site Megaupload soll Nutzern weltweit Zugang zu kopiergeschützten Filmen, Fernsehsendungen und Musik verschafft haben. Den entstandenen Schaden schätzt das US-Justizministerium auf 500 Millionen Dollar. Der Anklage zufolge handelt es sich um den größten jemals zur Anzeige gebrachten Fall von Online-Piraterie.

Schmitz beteuert jedoch seine Unschuld und sieht sich als Opfer der US-Justiz, die angeblich nur die Filmstudios in Hollywood beschwichtigen will. Im Januar hatte US-Präsident Barack Obama weite Teile der Unterhaltungsindustrie, die dessen Demokratische Partei regelmäßig finanziell unterstützt, mit kritischen Äußerungen zu geplanten Anti-Piraterie-Gesetzen verärgert.

[mit Material von Greg Sandoval, News.com und Stefan Beiersmann, zdnet.de]

(Bild aus Video-Interview mit NZ3 nach der Festnahme)