Die Consumer Preview zeigt: So wird Windows 8

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Screenshot Windows 8 Consumer Preview

Diese Woche hat Microsoft die sogenannte Consumer Preview von Windows 8 vorgestellt. Es handelt sich nicht um eine traditionelle Beta, sondern praktisch um ein vollwertiges Windows 8. Jetzt sollen Millionen experimentierfreudiger Anwender die Informationen für den letzten Schliff liefern.

Mit seinem nächsten Betriebssystem will und muss Microsoft vor allem den technologischen Rückstand bei mobilen Geräten aufholen, gleichzeitig gilt es jedoch, Millionen von Anwendern in Firmen zufriedenzustellen. Das wird eine schwere Aufgabe. Sie erfordert es, mit einigen langjährigen Gewohnheiten zu brechen oder unerlässliche Funktionen in ein neues Format zu überführen. Die Developer Preview im Herbst hat noch viele Fragen offen gelassen. Von der Consumer Preview, die sehr nah am Endergebnis liegt, darf man sich mehr Einblicke erhoffen.

Die Neuerungen fangen bei Windows 8 schon mit dem Installationsvorgang an. Man lädt lediglich einen kompakten Installer herunter. Dieser zieht sich dann selbstständig die weiteren benötigten Daten aus dem Netz.

Nach dem Start begrüßt den Nutzer der Lock Screen. Er unterstützt jetzt auch Benachrichtigungen. Beispielsweise steht nun in der Mitte des Bildschirms der anstehende Termin aus dem Kalender. Darum herum sind die aktiven Icons von weiteren Anwendungen gruppiert. Benachrichtigungen auf dem Lock Screen kann übrigens grundsätzlich jedes Programm einblenden. Welche das dann auch tatsächlich dürfen, legt der Anwender fest.

Der Start-Button beziehungsweise – bei Windows 7 die Start-Kugel – entfällt bei Windows 8 auf dem Desktop. Er (beziehungsweise sie) wird durch die Windows-Taste sowie einige Touch- und Mausgesten ersetzt. In der Taskleiste bekommt man so zusätzlich Platz, um Anwendungen anzuheften. Die Kacheln auf dem Metro-Startbildschirm lassen sich in verschiedenen Gruppen anordnen, mit Namen versehen und organisieren. Um einzelne Kacheln von einer Gruppe in eine andere zu verschieben, zieht man sie zum unteren Bildschirmrand: Das aktiviert den sogenannten semantische Zoom. Anschließend wirft man die Kachel auf den für sie vorgesehenen Haufen.

Bedienung per Touch und per Maus

Microsoft hat sich bei Windows 8 viel Mühe gegeben, um mit der Touch-Bedienung zum Wettbewerb aufzuschließen. Wischt man mit dem Finger langsam von rechts ins Display hinein, zeigt Windows 8 die sechs zuletzt benutzten Programme an. Außerdem lassen sich Anwendungen auf der linken Seite des Bildschirms in einer verkleinerten Ansicht anheften.

Zum Schließen von Programmen wischt man von der Displayoberseite in die Mitte des Bildschirms, was die gerade aktive Anwendung verkleinert, und schiebt diese anschließend schnell nach unten aus der Anzeige heraus. Die Ober- und Unterseite der Oberfläche sind für die Metro-Anwendungen zuständig. Über sie lassen sich zum Beispiel Kontextmenüs öffnen.

Allerdings will und kann Microsoft nicht ganz auf den Cursor verzichten. Maus- und Touchbedienung lassen sich daher vielfältig miteinander kombinieren. Bewegt man die Maus in die obere linke Ecke, taucht der Dialog zum Wechseln zwischen den Anwendungen auf. Dabei ist zunächst das zuletzt benutzte Programm zu sehen.

Auf dem Startbildschirm dient das Mausrad dazu, durch die einzelnen Kacheln zu blättern. Zieht man die Maus vom unteren Displayrand nach oben, blendet Windows 8 alle installierten Apps ein. Wer eine Maus ohne Scrollrad hat, kann auch einfach den Startbildschirm von links nach rechts ziehen.

Eine lieb gewonnene Gewohnheit werden sich viele bei Windows 8 wieder abgewöhnen müssen: Für den Startbildschirm lassen sich nicht mehr beliebige Bilder verwenden. Künftig muss man sich statdessen für eine von neun Farben und eines von sechs Mustern entscheiden.

Apps spielen eine wichtige Rolle

In die Consumer Preview hat Microsoft auch einige Anwendungen aus den Familien Xbox, Bing und Windows Live integriert. Offenbar plant Microsoft aber noch Änderungen. Eng in Windows 8 ist SkyDrive mit seinen 25 GByte kostenlosem Speicherplatz integriert. Es dient dazu, Einstellungen und Favoriten zu synchronisieren, Dateien und Ordner zu teilen und bietet Windows-8-Nutzern Cloud Storage. Die Anwendung zur Integration von SkyDrive in den Desktop-Modus ist noch nicht verfügbar, soll aber nachgeliefert werden.

Die Mail-App unterstützt derzeit Hotmail, Google Mail und Exchange. Das Einbinden von POP- und IMAP-Konten ist noch nicht möglich. Die Consumer Preview bringt zudem die Apps Musik, Video und Kontakte mit. Letztere ist an die Kontakte-App von Windows Phone 7 angelehnt und fasst Adressbücher aus verschiedenen Quellen zusammen, darunter auch den wichtigen Sozialen Netzwerken. Updates aus den sozialen Netzwerken werden auf dem werden auf dem Live Tile an. Der ausführlicher Testbericht und viele weitere Bilder zu Windows 8 finden sich bei ZDNet im Artikel “Windows 8: Die Consumer Preview im Praxistest.”

[Mit Unterstützung von Stefan Möllenhoff und Joachim Kaufmann sowie Material von Simon Bisson, ZDNet UK]

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