CloudDossiersDossiers InternetDossiers MarktIT-ManagementIT-Projekte

HP lockt die Cloud-Verweigerer

0 0 Keine Kommentare

Der neue Cloud-Dienst cCell arbeitet mit standardisierten IT-Diensten. Mit dem Cloud-Konzept will HP auch mittelständische Unternehmen erreichen, die am liebsten mit regionalen Anbietern zusammenarbeiten.

Der Markt für Outsourcing und Cloud Computing ist in Deutschland bisher noch nicht so recht vorangekommen. Nach einer Studie des Marktforschungsunternehmens Techconsult nutzen beispielsweise nur 13 Prozent der deutschen Unternehmen Outsourcing-Dienste. In Großbritannien sind es dagegen 23 Prozent.

Dabei steckt eine ganze Menge Geld in diesem Markt, wie der Branchenverband Bitkom meldet. Allein das Outsourcing-Volumen in Deutschland betrug im vergangenen Jahr 19,4 Milliarden Euro. Das Volumen des Cloudmarktes im Bereich B2B lag 2011 bei 1,9 Milliarden Euro und soll bis 2015 auf 8,2 Milliarden anwachsen.

Eine der Ursachen für die Zurückhaltung vieler Unternehmen in Deutschland sind datenschutzrechtliche Bedenken, vor allem wenn die Server im Ausland liegen. Dann nämlich fällt es ausländischen Behörden, beispielsweise Ermittlern in den USA, deutlich leichter, auf Daten zuzugreifen – ohne, dass hiesige Datenschützer etwas dagegen tun könnten und ohne, dass die Kunden etwas davon erfahren.

Hinzu kommen bei vielen IT-Verantwortlichen die Skepsis gegenüber einer schwer durchschaubaren Technik-Plattform und die weitverbreitete Meinung, Cloud Computing sei nur ein »Hype«. Nach Ansicht von Marktforschern ist die »Hype«-Phase allerdings schon lange vorbei. Jetzt geht es um die möglichst effiziente Nutzung der neuen Technik im Unternehmen.

Gebrauchsfertig und standardisiert

In dieser Situation will HP sich mit seinem neuen Cloud-Angebot cCell-Services Marktanteile erobern. Die Grundidee der cCell-Services basiert im Wesentlichen darauf, standardisierte und gebrauchsfertige IT-Dienste anzubieten. Der Standort der entsprechenden Server ist frei wählbar. Die Dienste laufen im Rechenzentrum von HP, bei einem Partner von HP oder auch beim Kunden selbst. Der Standort liegt also normalerweise in Deutschland und fällt somit unter hiesige Regeln in Sachen Compliance und Datenschutz.

 

Aufbau von HPs Cloud-Modell cCell: Der »cCell-Broker« dient als zentrale Makler-Plattform, die die gewählten IT-Dienste zusammenstellt. (Grafik: HP)

Die einzelnen cCells lassen sich laut HP fast beliebig miteinander kombinieren und zusammenschalten – etwa bei Kapazitätsengpässen. Die cCell-Dienste werden dezentral betrieben. Gleichzeitig betreibt HP aber eine zentrale Makler-Plattform (»cCell-Broker«), die die jeweils benötigten IT-Dienste verbindet und bereitstellt.

Auf diese Weise soll das Angebot die Vorteile eines dezentralen Betriebs mit denen eines klassischen Cloud-Computing-Dienstes verbinden. HP preist vor allem Flexibilität und Schnelligkeit der Dienste. So kann der Kunde beispielsweise für ein einzelnes Projekt die Rechenkapazität hochfahren lassen und ein maßgeschneidertes Portfolio von Diensten und Anwendungen bestellen.

Wie bei Cloud Computing üblich, erfolgt die Abrechnung in Form von nutzungsabhängigen, monatlichen Gebühren.

Angebot über regionale HP-Partner

Bisher nutzen laut Techconsult nur fünf Prozent der Mittelständler eine Public Cloud und nur sieben Prozent eine Private Cloud. Zudem haben sich zwei Drittel der Mittelständler Deutschlands bisher noch kaum oder nur oberflächlich mit Cloud Computing-Modellen auseinandergesetzt.

Genau das will HP mit seinem Angebot jetzt ändern.

Ähnlich wie IBM wird der IT-Riese seine Cloud-Dienste auch über regionale Partner abwickeln. Diese können die IT-Dienste nach Belieben zu eigenen Paketen kombinieren. Die HP-Partner werden über HPs Preferred Cloud Partner Program unterstützt.

Die HP-Manager Bernd Gill (Manager Service Innovation), Klaus Berle (Leiter Cloud Competence Center) und Peter Voss (Business Manager Cloud) bei der Vorstellung von HPs neuem Cloud-Modell in München.

Genau diese Kombination aus globaler Marktmacht, standardisiertem IT-Dienst sowie regionalem Partner soll die Cloud-Verweigerer aus dem Mittelstand nun endlich aus der Reserve locken. Volker Smid, Vorsitzender der Geschäftsführung bei HP Deutschland, glaubt, dass Mittelständler bei der Wahl ihres IT-Dienstleisters bevorzugt auf regionale Anbieter setzen. Deshalb würden sich Cloud-Modelle »hierzulande nur über die lokalen IT-Anbieter in der Fläche durchsetzen«.»Die dezentrale deutsche IT-Landschaft braucht ein verteiltes Cloud-Modell«, sagt Smid.

Vorgestellt werden soll das HP-Konzept auf der CeBIT (6. bis 10. März). Dort hat der IT-Riese zwar keinen eigenen Stand, will seine Dienstleistungen aber im Rahmen der Cloud Computing World des Branchenverbands Bitkom (Halle 4, Stand A58) präsentieren.