Chinas Löhne wachsen – steigen nun die Technik-Preise?

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Salopp formuliert ist China die Werkbank der Welt. Vor allem die abgekoppelte Währung und die niedrigen Löhne im Land ließen die Fabriken wie Pilze aus dem Boden schießen. Doch die Verhältnisse ändern sich, die Mittelschicht wächst dramatisch, der Hunger nach ordentlicher Bezahlung auch.

Tatsächlich entwickeln sich die Lohnkosten in China positiv. Dafür hat nicht nur der anhaltende Foxconn-Skandal gesorgt, sondern schlicht die gesellschaftlichen Verschiebungen im Land: Von einem Hungerlohn sind Wohnung,  Hochzeit, Baby und Auto kaum zu bezahlen. Aber genau das sind die Prioritäten in der wachsenden Mittelschicht (aktuell: 220 Millionen). Wer eine gute Ausbildung hat und sich für die Hightech-Branche qualifiziert, will auch entsprechend verdienen. Das schlägt nun auf die Hersteller durch, die ohnehin der Welt beweisen müssen, dass sie zu menschenwürdigen Bedingungen produzieren. Ergebnis: Die chinesischen Zulieferer von Apple, Dell, Hewlett Packard, Lenovo, Sony und Toshiba kündigten vorige Woche an, die Fabrikarbeiter/innen mit 16 bis 25 Prozent Lohnerhöhung zu beglücken.

Der Druck von Menschenrechtsorganisationen, Presseberichten (jüngst ging die New York Times investigativ vor) und des Marktes insbesondere auf Apple macht sich also langsam bezahlt: Niedriglöhne und extreme Überstunden scheinen zumindest in der IT-Branche ein Auslaufmodell zu werden.

Natürlich werden wir Verbraucher dafür zahlen müssen. Teurere Herstellung in China bedeutet angesichts dünner Margen automatisch Preiserhöhung bei Notebooks, Desktops, Tablets und Smartphones. Das treffe in erster Linie auf  Anbieter wie Dell und HP zu, da ihre Margen zu dünn seien, um etwas abfedern zu können. So zitiert der Wirtschaftsnachrichtendienst Reuters bereits HP-Chefin Meg Whitman, dass sie aufgrund der Lohnsteigerungen von höheren Hardware-Preisen ausgeht: »Wenn Foxconns Kosten steigen, werden auch die Produktkosten im Laden steigen«, so Whitman wörtlich.

Der Profit von Hewlett-Packard war im Vorquartal bereits um 44 Prozent gefallen im Vergleich zum Vorjahr. Bei Dell betrug die Delle lediglich 10 Prozent. Daran waren natürlich nicht ausschließlich die Arbeiter bei den Zulieferern Schuld, aber die Situation wird sich in nächster Zeit wohl kaum entspannen. Eine konkrete Aussage über die Größenordnungen der steigenden PC-Preise mag bislang niemand spekulieren. Dell-Finanzchef Brian Gladden beruhigt gegenüber Reuters, dass die Personalkosten heute bei einer Hardware nur einen kleinen Teil ausmachen würden.

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