Microsoft, Google und Netflix wollen Rechtemanagement in Browser integrieren

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Eine Ergänzung zu HTML soll nach einem gemeinsamen Entwurf für die Standard-Organisation W3C erlauben, Audio- und Video-Streaming zu verschlüsseln, um so die Rechte der Medien-Industrie besser zu wahren. Mozilla meint, das Konzept ließe sich umgehen.

HTML-Elemente sollen künftig verschlüsselt werden können, schwebt den Software-Unternehmen vor – solche Multimedia-Elemente werden damit vom »offenen« Rest abgeschirmt.

Nach dem Vorschlag für das »HTMLMediaElement« mit dem Namen »Encrypted Media Extensions v0.1« sollen Rechteinhaber so verhindern, dass ihre Audio- und Video-Inhalte unerlaubt betrachtet oder geteilt werden. Das Digital Rights Management als Teil des HTML-Standards soll die Entschlüsselung direkt im Browser ermöglichen; der Webbrowser kontrolliert dabei den Austausch von Lizenzen und Schlüsseln. Die Art des Schutzes sollen Webseiten-Entwickler per JavaScript auswählen können.

Mozilla-Entwickler Chris Pearce glaubt, bei Open-Source-Browsern sei dies nicht möglich, denn der offengelegte Quellcode eines solchen Projektes mache es sehr einfach, den Browser so zu patchen, dass der Kopierschutz umgangen wird. Entsprechende Fragen dazu veröffentlichte er in den Mailinglisten des W3C.

Mark Watson von Netflix räumte in einer Antwort darauf ein, dass dies möglicherweise stimmt. Ein Open-Source-Browser müsse sich dann eben auf Firmware oder Hardware verlassen, um den Kopierschutz zu gewährleiten.

(mit Recherchen von Tom Espiner, ZDNet.co.uk, und Stefan Beiersmann, ZDNet.de)

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