Facebook ignoriert Privatsphäre-Einstellungen im Internet Explorer

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Microsoft ist nicht nur auf Google sauer. Die Privatsphäre-Einstellungen im IE werden auch von Facebook hintergangen – und dies bewusst, behauptet Microsoft.

Das soziale Netz hat zugegeben, Microsofts Privacy-Einstellungen zu umgehen. Der Software-Riese hatte als Grundlage seiner Programmierung das »Platform for Privacy Preferences Project« genutzt, das laut Facebook vollkommen veraltet ist. Für moderne soziale Medien sei es jedenfalls nicht mehr geeignet und schließlich sei der IE der einzige wichtige Browser, der P3P unterstützt.

In den darin festgelegten »Compact Policies« (CP) müssen Websites beschreiben, wie sie mit Cookies umgehen. Der Browser setzt dies dann durch. Doch keine große Website und weder Google noch Facebook halten sich an den Standard.

»P3P wurde vor fünf Jahren entwickelt und ist ineffektiv bei der Beschreibung von Vorgängen eines modernen Social-Networking-Diensts«, erklärte ein Facebook-Sprecher. Man habe sich an Microsoft gewendet in der Hoffnung, weitere Lösungen zu entwickeln: »Wir würden die Gelegenheit begrüßen, mit dem W3C an einem Update für P3P zu arbeiten, das die Entwicklung von Social Networking und dem Web seit 2007 berücksichtigt.«

Zwar empfiehlt das World W3C (World Wide Web Consortium) das P3P-Regelwerk offiziell seit dem 16. April 2002, doch wenn sich nur wenige Websites daran halten, hilft dies dem Nutzer nichts, der mit Hilfe seiner Browser-Einstellungen diese »Vorschriften« zum Eigenschutz nutzen will.

P3P soll alle Cookies blockieren, die deren CP-Daten dem Datenschutz nicht entsprechen, also eine Datensammlung und die Identifizierung eines Nutzers erlauben. Facebook will seine CP-Vorgaben nicht ändern.

(weitere Autoren: Emil Protalinski und Stefan Beiersmann)

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