Studie deckt auf: Google griff Daten der Safari-Nutzer ab

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Vorsätzlich mogelte sich der Webkonzern um die Privateinstellungen in Apples Safari-Browser herum. Stanford-Wissenschaftler Mayer entdeckte es und machte es öffentlich. Prompt beteuert Google, damit aufhören zu wollen.

Was Jonathan Mayer entdeckte, wurde von Security-Berater Ashkan Soltani überprüft und bestätigt: Google nutze bewusst eine Hintertür im Browser aus, um Cookies zu platzieren, auch wenn sie von der Einstellung her deaktiviert sind. Ein vorsätzliches Eindringen in die Privatsphäre der Safari-Nutzer, kommentierte das Wall Street Journal, welches diesen kleinen Datenskandal publik machte.

Mit Safari browsen etwa 6 Prozent der Desktop-Rechner und gut 50 Prozent der mobilen Apple-Gemeinde durch das Internet. Von Haus aus sind die Cookies von Fremdanbietern im Browser deaktiviert. Google hat eine Lücke in der Software entdeckt, um ohne Wissen der Nutzer trotzdem Cookies zu verteilen und deren Verhalten im Netz zu verfolgen. Außerdem kann Google so seinen +1-Button auf Seiten und in Anzeigen zu aktivieren.

Nun, wo der Webkonzern erwischt wurde, verspricht er eiligst, die Cookies von iOS-Nutzern wieder zu löschen. Trotzdem kann die US-Aufsichtsbehörde FTC noch eine saftige Strafe verhängen, schließlich steht Google bei ihnen unter 20-jähriger Bewährung wegen früherer Verletzungen der Privatsphäre.

Apple wird sich kaum Schadenfreude leisten können, hat man doch ähnliche Probleme an der Backe: Regierungsvertreter wie auch Bürgerrechtsanwälte gehen gegen die Firma vor, da iOS-Apps in der Lage waren, die privaten Adressbücher der Nutzer einzusehen und die Daten ohne Erlaubnis oder Hinweis vielfach eingesammelt wurden.

Die Electronic Frontier Foundation (EFF) betont aufgrund dieser Vorkommnisse, dass es dringend Plattformen braucht, die grundsätzlich kein Tracking vornehmen – weder vom Betreiber, noch von den Werbe-Partnern. Es sei Zeit für die Webkonzern, die Privatsphäre der Bürger zu achten, betont die EFF.