Microsofts neuer Hoffnungsträger: Skype

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Um die ganz langsam schwindende PC-Marktbedeutung zu kompensieren, sucht der Softwarekonzern eine Differenzierung, ein markantes Produktmerkmal, eine integrierte Killer-App sozusagen. Skype soll diese Rolle spielen und in alle künftigen MS-Produkte integriert sein. Das ruft Cisco auf den Plan.

Nicht mehr Information, sondern Kommunikation steht nun bei Microsoft ganz oben auf der Agenda: Skype immer und überall. Diese verbindende Rolle zwischen allen MS-Programmen soll nicht nur den Kritikern wie Cisco den Wind aus den Segeln nehmen, sondern vor allem allen Nutzern einen simplen und ständig verfügbaren Zugang zu Video-Gesprächen erlauben.

Laut Finanzvorstand Peter Klein strebe man eine Vereinheitlichung der Kommunikation auf privater und geschäftlicher Ebene an. So könne ein Mitarbeiter praktisch serienmäßig von seinem Home-Office aus per Instant Message, Video-Chat oder IP-Telefonie mit seiner Firma Kontakt halten. »Kommunikation ist schließlich die fundamentalste und beste Erfahrung, die man mit Technik realisieren kann«, betont Klein gegenüber Goldman Sachs.

Daher bemühe man sich im Hause Microsoft nun, eine Brücke zu Firmenlösungen wie Lync zu schlagen ebenso wie die Anbindung von Xbox Live zu ermöglichen. In allen mobilen und stationären Windows-Systemen werde es bald ohnehin verfügbar sein (wir berichteten).

Cisco geht übrigens so weit, dass man nicht nur Microsoft und Skype kritisiert, sondern offensiv an die Europäische Kommission herangetreten ist. Ihre Forderung: Den Kauf von Skype durch Microsoft (8,5 Milliarden Dollar) im Nachhinein zu unterbinden. Begründung: Die Welt der Videokonferenzen müsse offen bleiben, heißt es im Cisco-Blog. Skype solle wenigstens dazu gezwungen werden, die allgemein üblichen Standards zwischen den Videokonferenz-Plattformen einzuhalten.
Offensichtlich trifft der Microsoft-Plan – insbesondere mit der Lync-Anbindung – bei Cisco einen Nerv.