Chinesische Hacker nahmen Nortel über Jahre systematisch aus

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Technisches und betriebswirtschaftliches Wissen verließ über ein Jahrzehnt hinweg unbemerkt das Netzwerk des (inzwischen bankrotten und in Teilen verkauften)  Netzwerkausstatters.  

Das Wall Street Journal machte eine Titelgeschichte daraus und sie wurde in die Welt verbreitet, über Nachrichtenagenturen wie die dpa an Magazine wie Focus und co : Chinesische Cyberkriminelle seien beim Netzwerkausrüster Nortel im Firmennetz ein- und ausgegangen und hätten mit den ergatterten sieben Passwörtern von Top-Führungskräften des Konzerns Zugriff auf »Alles« gehabt.

So habe es seit dem Jahr 2000 keinerlei Geheimnisse mehr bei Nortel gegeben – erst jetzt habe ein Teilnehmer einer internen Untersuchung im Jahre 2009 darüber geplaudert. Der damalige Sicherheitsbeauftragte Brian Shields spreche von Massen technischer Dokumentation, Geschäftsplänen und E-Mails, die über die Jahre nach außen gedrungen seien. Man habe nie die wirklichen Verursacher gefunden – nur das Ursprungsland China entdeckt.

Außer einer Veränderung der Passwörter sei nichts geschehen, bemängelt auch Nortels ehemaliger Chef Mike Zafrrovski – man habe ihn nicht ernstgenommen. Die Spionage-Software lief weiter – und fand sicherlich einige neue Passwörter. Die von Käufern wie Avaya, Ciena, Ericsson und Genband übernommenen Assets des bankrotten kanadischen Telekommunikationspioniers könnten immer noch mit entsprechenden Trojanern durchsetzt sein, mutmaßt das Wall Street Journal. In Interviews hätten Mitarbeiter dieser Unternehmen zugegeben, unverändert mit Rechnern weiterzuarbeiten, die zuvor bei Nortel aktiv waren.

Der Sicherheitsreport, den Zafrovski kurz vor dem Verlassen des Unternehmens erhalten hatte, spreche von Rootkits und nahezu zehn Jahre andauerndem Fremdzugriff auf das Nortel-Netzwerk.

(Bildquelle: hfox – Fotolia.com)

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