Ende einer Ära: Kodak steigt aus Kamerageschäft aus

DruckerWorkspace

Eastman Kodak hatte gestern noch schlechte Nachrichten: Man werde sich endgültig aus dem Business mit Digitalkameras zurückziehen.

Der schwer angeschlagene Kamerahersteller Kodak stellte nach Jahren der Verluste im Januar einen Insolvenzantrag (wir berichteten). Mittels Gläubigerschutz wollte das Unternehmen in Ruhe seine Kosten reduzieren und Patente verkaufen, um wieder auf die Spur zu kommen. Doch nun entschied die Firmenleitung, dass man bis Juni das Kamerageschäft auslaufen lasse. Das betreffe alle Digitalkameras, die kompakten Videokameras und auch digitale Bilderrahmen. Kodak will sich ganz stark auf das laufende Marken-Lizenzierungsgeschäft konzentrieren sowie Unternehmen für ihre Patente begeistern. Bestehen bleiben sollen sowohl die Fotodruck-Servicestationen als auch der Vertrieb von Tintenstrahl-Drucker nebst dem Online-Dienst Kodak Gallery.

»Für einige Zeit war unsere Strategie, die Margen bei den Geräten zu verbessern, unser Produktportfolio zu straffen und auch bei Ländern und Vertriebskanälen uns auf lukrative Märkte zu konzentrieren. Nach einer intensiven Analyse der Branchen- und IT-Trends sind wir zur heutigen Entscheidung gelangt«, erläutert Präsident Pradeep Jotwani, der für die Verbraucherprodukte verantwortlich zeichnet.

Die Abkehr von den Kameras wirkt deshalb so einschneidend, weil Kodak zu den ursprünglichen Pionieren dieser Produkte gehört und seit über einem Jahrhundert Kameras gebaut hat. Der zögerliche Einstieg ins digitale Zeitalter hat den US-Konzern hoffnungslos hinterher hinken lassen. Die Handys und Smartphones mit ihren Kameras haben Kodak letztlich den Todesstoß versetzt.