IDC: Europa hinkt bei IT-Ausgaben hinterher

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Eine vorsichtig optimistische Prognose geben die Marktforscher von IDC für die IT-Ausgaben in den kommenden Monaten ab. Nur in Europa wird die Erholung noch länger dauern.

Um fünf Prozent sind die Hightech-Ausgaben weltweit 2011 gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Das geht aus dem Branchenreport »Worldwide Black Book« von IDC hervor. Der Report wird vierteljährlich herausgegeben und analysiert den Status der IT-Industrie von 54 Staaten und 25 Branchensegmenten.

BRIC-Staaten investieren am meisten

Vor allem Software und Mobilgeräte waren weltweit die Wachstumstreiber. Der Absatz von Smartphones stieg um satte 46 Prozent, der von Software um 6 Prozent, der von Speichersystemen ebenfalls um 6 Prozent. Auch die Lieferschwierigkeiten bei Festplatten infolge der Flutkatastrophe in Thailand konnten die positive Entwicklung nicht bremsen.

Den stärksten Wachstumsschub erlebten die die sogenannten BRIC-Länder Brasilien, Russland, Indien und China. Diese verzeichneten jeweils zweistellige Wachstumsraten.

Nicht so positiv ist allerdings die Situation in Europa. Die Ausgaben blieben 2011 stabil, die für PCs, Server, Speicher, Peripherie und Netzwerktechnik gingen sogar zurück. Die Erholung in Europa wird sich laut IDC eher langfristig entfalten. In diesem Jahr erwarten die Analysten ein Wachstum bei den IT-Ausgaben von nur einem Prozent, 2013 könnten es dann immerhin 3 Prozent werden.

Starkes Wachstum außerhalb Europas

Außerhalb Europas wird sich der positive Trend in den kommenden Monaten fortsetzen. Für 2012 erwartet IDC weltweit eine Wachstumsrate von etwa 5 Prozent. Der Absatz von Hard- und Software soll jeweils um 6 Prozent steigen, IT-Dienstleistungen um 4 Prozent.

Nach Einschätzung von IDC werden Unternehmen 2012 auch wieder mehr Geld für Netzwerk-Ausrüstung und Speichertechnik ausgeben. Derzeit ist die Spendierfreude der IT-Verantwortlichen aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Lage in Europa noch begrenzt, doch laut IDC stehen die Chancen gut, dass sich dies in kommenden Monaten spürbar bessert.

Gut sieht es beispielsweise in den USA aus. Dort stiegen die Ausgaben im vergangenen Jahr um 7 Prozent, 2012 sollen sie um weitere 5 Prozent ansteigen. Noch stärker nach oben gehen werden die Ausgaben in den oben erwähnten BRIC-Staaten. In konkreten Zahlen: Brasilien – 9 Prozent, Russland – 11 Prozent, Indien – 16 Prozent, China – 15 Prozent.

Zahlen, von denen der europäische IT-Markt derzeit nur träumen kann.