US-Behörden stoppen SAP-Firmenübernahme

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Der Cloud-Software-Anbieter SuccessFactors sollte für die Kleinigkeit von 3,4 Milliarden Dollar von den Deutschen eingekauft werden. Nicht nur sind die Kartellbehörden wenig begeistert davon, sie veranlassten sogar eine nähere Untersuchung der Vorgänge.

Vor Weihnachten klang alles noch so optimistisch und verlockend: SAP verstärkt sich an der Cloud-Front, die Zentrale gab grünes Licht, damit die eigene US-Niederlassung des Konzerns 3,4 Milliarden Dollar in bar für den amerikanischen Cloud-Provider auf den Tisch blättern kann (wir berichteten). Schon merkwürdig wirkte wenige Tage später die Meldung, dass SuccessFactors seinerseits noch eine Firma übernimmt.

Doch nun kommt es ganz Dicke für die Zentrale in Walldorf: Nicht nur wollen die US-Kartellwächter den Deal keinesfalls schnell durchwinken, sie schalteten statt dessen das »Committee on Foreign Investment« ein. Jene Behörde soll die Vorgänge rund um die Verkaufsvereinbarung gründlichst prüfen. Bis auf Weiteres sei damit die Übernahme gestoppt.

Die Untersuchung werde mindestens bis 5. März dauern, teilte SAP-Sprecher James Dever vor Ort mit. »Wir kooperieren mit der Behörde und hoffen, den Prozess doch noch in absehbarer Zeit abschließen zu können«, ergänzt Dever. Er könne sich nicht erklären, was an dem Merger falsch sein und das Missfallen der US-Behörden ausgelöst haben könne. Jene äußert sich natürlich nicht zu laufenden Verfahren, die Unterlagen und Informationen seien vertraulich und nicht-öffentlich.

Pro Jahr werden etwa ein Drittel aller Firmenübernahmen in den USA näher untersucht.
SAP möchte SuccessFactors besitzen, da der Hersteller weit verbreitete Personal-Software herstellt und auch über Knowhow im Bereich Cloud Computing verfügt.