Nokia Siemens sichert sich 1,2 Milliarden Euro Kredit

NetzwerkeTelekommunikation

Das angeschlagene Joint Venture hat es geschafft, eine Gruppe von 14 europäischen und US-amerikanischen Banken dazu zu bringen, eine Restrukturierung zu finanzieren.

Der Telekommunikationsausrüster, der bereits seit einiger Zeit mit den roten Zahlen kämpft, habe inzwischen die Banken überzeugt, man könne mit den 1,2 Milliarden Euro das Unternehmen wieder auf Trab bringen. NSN habe ursprünglich einen Kredit von 1,5 Milliarden eingeplant, um in große »Redundanzprogramm« zu finanzieren, berichtet Reuters aus Quellen »nahe des Geschäftes«.

Nachdem ein Ausverkauf des Joint Ventures nicht funktioniert hatte, haben die Partner Siemens und Nokia ihrem Stiefkind noch einmal eine Milliarde Euro überlassen – NSN versprach seinerzeit, seine »Eltern« nicht mehr um weitere Summen zu bitten.

NSN, seit 2007 in der Verlustzone, ist nach Ericsson der zweitgrößte Netzwerkausstatter für mobile Kommunikation. Die Telekommunikationsunternehmen hatten allerdings in der schwierigen Marktlage nichts mehr investieren wollen – weshalb NSN im November schon einmal 17.000 Stellen abbauen musste.

Eine erste Zwischenfinanzierung schaffte dann zwar der Verkauf des Festnetzgeschäftes – doch es reichte wohl bei Weitem nicht, weitere Kündigungen und Umstrukturierungen zu finanzieren. Die nun beteiligten Banken, unter anderem JPMorgan, Citibank, Bank of America, Royal Bank of Scotland und Standard Chartered, geben nun neue Kredite.

Damit werden wohl auch teilweise laufende Kredite getilgt: Laut Financial Times sollen diesen Sommer noch zwei Milliarden Rückzahlung fällig werden. Ohne neuen Kredit müsste NSN womöglich bald seine Zahlungumfähigkeit anmelden.

 

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