App Economy: »Am Ende bleiben die Großen übrig«

von Stefan Girschner 0

Die Softwareindustrie wird nicht nur durch die App Economy, sondern auch durch Cloud Computing in die Zange genommen. Sind die Apps ähnlich einzustufen wie Cloud-Lösungen?

Mit Apps lassen sich Cloud-Anwendungen mobil machen. Cloud ist davon unabhängig, denn das heißt einfach, ich habe keine Software mehr auf meinem Gerät, sondern ich greife über das Internet auf die Software zu. Das heißt, statt Word auf dem PC zu verwenden, nutze ich ein Programm auf dem Server des Anbieters. Da mobile Geräte nur einen begrenzten Speicherplatz haben, werden für diese auch Cloud-basierte Services verwendet werden. Das erhöht zugleich die Attraktivität von Softwarelösungen. Wenn ich also die App von Lufthansa starte, um nachzuschauen, ob mein Flug pünktlich ist, dann sind die dazu nötigen Daten auch in der Cloud gespeichert. Das heißt also, dass die Datenbanken solcher Anwendungen nicht auf meinem Endgerät gespeichert sind.

Wir sprachen bereits davon, dass sich die Arbeitswelt durch App und Mobilität verändern wird. Wann wird die App Economy die traditionelle Softwareindustrie überholen?

Die App Economy wird ein Teil der Softwareindustrie sein. Diese werden die mobile Ergänzung zu PC-basierten Lösungen sein. Diese Entwicklung wird sich schon so auswirken, dass der Absatz von PC-Lösungen stagnieren und das Wachstum bei mobilen Lösungen zu finden sein wird. Das bedeutet, dass eher die Hardwarehersteller vor größeren Problemen stehen als die Softwareindustrie. Auf der CES in Las Vegas letzte Woche wurde von Intel ein Chip für mobile Geräte präsentiert, der mit Microsoft Windows 7 kompatibel sein soll.

Dr. Michael Dowling iProfessor am Institut für Innovation und Technology Management

Dr. Michael Dowling ist Professor am Institut für Innovation und Technology Management an der Universität Regensburg.

Welche Rolle spielt die Entwicklung von HTML 5 für die Nutzung von Webbasierten Anwendungen?

Wenn ich es richtig verstehe, ermöglicht HTML 5, dass ich keine App mehr brauche, also ich kein Programm mehr auf mein Mobilgerät herunterladen muss. Das heißt, Webseiten sind auch für den mobilen Zugriff optimiert und Inhalte lassen sich über jedes Endgerät öffnen. Um zum Beispiel die elektronische Version einer Zeitung zu bekommen, benötige ich nicht mehr den App Store, sondern kann diese direkt über die Webseite des Anbieters beziehen. Das heißt, dass dann nicht mehr die Kasse bei Apples iTunes klingelt. Das ist also eine Bedrohung für die Betreiber von App Stores.

Wie wird sich der Markt für mobile Betriebssysteme in den nächsten Jahren weiterentwickeln?

Ich denke, es werden am Ende die Großen übrigbleiben, also Apple, Google und Microsoft. Da Nokia auf Windows Mobile umsteigt, wird Symbian in den nächsten Jahren absterben. Was mit Blackberry von RIM passieren wird, ist schwerer abzusehen, jedenfalls war das Playbook ein Flop, dazu kommen Qualitätsprobleme, als letztes Jahr einige Tage das Netzwerk nicht funktioniert hat.

Herr Professor Dowling, vielen Dank für das Gespräch.

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