Tim Cole: Business in Asien

Deutsche Unternehmer, die in Asien erfolgreich sein wollen, müssen moderne Telekommunikation nutzen, um die Distanz zu diesen Märkten zu verkürzen. Dazu gehören vor allem Videotechnologie und Telepräsenz. Mit Hilfe durchgehender digitaler Geschäftsprozesse wie eBeschaffung lassen sich zusätzlich Kosten senken.

von Tim Cole 0

Der junge Mann am anderen Ende der Leitung hat sich heute Morgen schlecht rasiert. Die Bartstoppeln unter seinem Kinn sind deutlich zu sehen. Er muss es wohl eilig gehabt haben, zu seinem Meeting zu kommen. Er sitzt übrigens in Bangkok, aber in München ist jedes Detail in seinem Gesicht deutlich zu erkennen, genau als säße er auf der anderen Seite des Konferenztischs. »Schon erstaunlich, was die Technik heute alles kann«, sagt Kay Ohse. Er ist Verkaufsleiter bei Polycom, einem weltweiten Anbieter von so genannten »Telepräsenz«-Systeme, die so viel kosten wie eine Doppelhaushälfte.

Dafür können sie einem das Gefühl geben, als säße man seinem Gegenüber am anderen Ende der Welt wirklich Auge in Auge gegenüber.

Auge in Auge mit Telepräsenz

Polycom verdient recht gut mit solchen Super-Anlagen, die meistens in den Boardrooms großer Konzerne, in speziellen Telepräsenz-Studios der Deutschen Telekom oder anderer Anbieter stehen. Dort kann man sie auch stundenweise mieten, hat aber den Nachteil, dass man sich ins Auto setzen und hinfahren muss. Immer noch besser als zehn Stunden nach Bangkok fliegen, mag sich mancher Mittelständler sagen. Aber es gibt zum Glück noch eine Alternative.

»Für den Mittelstand ist Telepräsenz im Moment nicht das Thema«, gibt Kay Ohse zu. Dafür boomt der Markt für Videokonferenz-Systeme. Die sind etwas kleiner und einfacher, sie stehen auch meistens bei den Unternehmen selbst, aber sie sind genauso effektiv, wenn es darum geht, die Kommunikationsqualität zu erhöhen. Gerade im Umgang mit asiatischen Geschäftspartnern mit ihren oft undurchdringlichen Mienen und ihrer ungewohnten Körpersprache ist es erfahrungsgemäß von besonderem Vorteil, wenn man neben der Stimme auch den Gesichtsausdruck und die Mimik des anderen verfolgen kann.

»Unternehmen, die in Asien vernachlässigen, das Internet als Vertriebs- und Kommunikationskanal zu nutzen, verpassen eine goldene Gelegenheit, Zielgruppen zu erreichen«, meint Tim Cole.

Alternative zur Geschäftsreise

Es gibt aber noch einen anderen Grund, warum gerade der globale Mittelstand dringend auf die Hilfe moderner Technik zurückgreifen muss: die Kosten. Denn Reisen ist nun mal teuer: 47 Milliarden Euro haben deutsche Firmen 2008 für insgesamt mehr als 163 Millionen Geschäftsreisen ausgegeben, behauptet der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR). Im Durchschnitt 135 Euro kostete jeder Reisetag die Firma – das gilt bestimmt nicht für Asien, da ist es eher das Doppelte.

»Die Substitution von Geschäftsreisen durch Video-, Web- und Telefonkonferenzen legt signifikant zu«, heißt es in einer Analyse des Verbands. Sein Fazit: »Die Telekommunikation ist eine maßgebliche Alternative zur Geschäftsreise.«

144 000 virtuelle Meetings bei Cisco

Auch für Guido Sommer, Vertriebschef der deutschen Niederlassung des Netzwerkriesen Cisco, ist »jede Minute Reisen vergeudete Zeit.« Er gibt allerdings auch zu, dass Videokonferenzen nicht immer das persönliche Gespräch ersetzen, aber es mache viele Reisen überflüssig. Vor vier Jahren ist seine Firma groß ins Geschäft mit der Bewegtbildkommunikation eingestiegen, ist inzwischen zum Marktführer aufgestiegen.

Außerdem ist Cisco selbst einer der weltgrößten Anwender von Videokonferenztechnik. 269 eigene Studios betreibt der Konzern in 36 Ländern, Cisco-Mitarbeiter saßen in 144 000 virtuellen Meetings, und Sommer rechnet vor, dass 27 000 Geschäftsreisen gar nicht erst angetreten worden sind, was seinem Unternehmen rund 118 Millionen Dollar gespart hab.

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