IDC: Big Data ist der Megatrend

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Große Hersteller wie Microsoft oder IBM werden 2012 versuchen, durch Firmenübernahme ihre Marktanteile bei Cloud-Diensten und Mobile Computing zu vergrößern. Das behauptet IDC in einen neuen Report. Als Megatrend des Jahres sehen die Marktforscher das Thema Big Data.

Martialische Worte wählen die Analysten von IDC für die Marktentwicklung bei Mobilgeräten und Cloud Computing. 2012 werde das »Jahr der Mobile- und Cloud-Plattform-Kriege«. Die wichtigsten Player in beiden Märkten sind angetreten, nun »wetteifern« diese um die Marktführerschaft. So würde das Jahr von »ernsthaften Kämpfen um die Führungsrollen« gekennzeichnet sein.

Neben Cloud Computing, Mobile Computing und sozialen Netzwerken hat IDC – wie andere Marktforscher auch – das Thema Big Data als Megatrend ausgerufen.

Nach Schätzung von IDC werden die weltweiten Ausgaben für die genannten Technologien in diesem Jahr um etwa 18 Prozent steigen. Zudem machen Ausgaben für diese Technologien mindestens 80 Prozent des Wachstums der IT-Ausgaben aus.

Marktführer am Scheideweg

Der Wechsel auf die neuen Plattformen werde sich beschleunigen. Nach Ansicht von IDC-Analyst Frank Gens (Senior Vice President und Chief Analyst) müssten die Branchenführer »erhebliche Investitionen tätigen und folgenreiche Entscheidungen treffen«.

Unternehmen wie Microsoft, HP, SAP, RIM oder Apple 2012 stünden »teilweise am Scheideweg«. Gegen Jahresende werde man »einen guten Eindruck davon haben, welche Anbieter bis zum Ende des Jahrzehnts zu den Branchenführern gehören und welche nicht.«

Big Data wird entscheidend

Besonders das Thema Big Data wird nach Einschätzung der Marktforscher in diesem Jahr entscheidende Bedeutung gewinnen. Im Fokus stehen Lösungen, die erlauben, große Datenmengen schnell zu durchforsten, zu sortieren, zu analysieren und auszuwerten. Vor allem die Verkaufs- und Marketing-Abteilungen in großen Unternehmen wollen auf diese Weise ihre Kunden besser kennenlernen.

Schwierig ist das auch deshalb, weil immer mehr Daten in unstrukturierter Form vorliegen, also beispielsweise als Video-, Foto- oder Musikdatei. Gerade die Analyse solcher Dateien ist aufwendig und kompliziert. Nach Einschätzung von IDC soll das Volumen der digitalen Inhalte in diesem Jahr auf sagenhafte 2,7 Zettabyte (1 Zettabyte = 1 Milliarde Terabyte) ansteigen, 48 Prozent mehr als im Vorjahr. Davon sind 90 Prozent unstrukturierte Daten.

Deshalb werden wohl Firmenübernahmen, bei denen es um Big Data-Technologien geht, in diesem Jahr wieder Schlagzeilen machen.

Apps bringen mehr Umsatz als Mainframes

Auch für den Markt der Mobilgeräte legt IDC konkrete Zahlen vor: So sollen Apps für Smartphones und Tablets mehr Umsatz generieren als der Mainframe-Markt. 85 Milliarden Downloads erwarten IDC für 2012.

Platzhirsche wie Apple müssen aufpassen, denn Microsoft drängt mit Windows Phone und demnächst auch mit Windows 8 mit aller Macht auf den Mobilmarkt. Daneben wird auch Amazons mit dem Kindle Fire gegen Apples iPad antreten.

Ökosysteme auf dem Cloud-Markt

Auf dem Cloud-Markt wird in den kommenden Monaten ebenfalls eine neue Entwicklung eintreten. Haben die Anbieter bisher hauptsächlich Infrastrukturen aufgebaut, werden sie sich nun zunehmend auf den Aufbau von Anwendungsplattformen und Ökosystemen konzentrieren.

Dabei werden sich die etablierten Anbieter IBM, Microsoft und Oracle starker Konkurrenz durch Amazon, Google, Salesforce.com und VMware erwehren müssen. Allein die Web Services von Amazon werden in diesem Jahr voraussichtlich mehr als eine Milliarde Dollar Umsatz im Cloud-Computing-Geschäft erzielen. Google wird laut IDC im Enterprise-Geschäft »nachziehen«.

Auch im Cloud-Business wird es nach Meinung der Analysten eine Reihe von Firmenübernahmen geben. Als Beispiel nennt IDC Microsofts Versuche »eine Content- und Medien-Cloud wie Netflix zu kaufen, um einen Marktplatz für Apps und Content anbieten zu können«.

Techniken für soziale Netzwerke

An der Schnittstelle zwischen sozialen Netzwerken und Mobiltechnologien dürfte sich in der nächsten Zeit auch einiges tun. Entsprechende Techniken werden nach Ansicht der Marktforscher eine »Pflichtkomponente in der Strategie aller wichtigen IT-Anbieter«. Außerdem vermuten die Marktforscher, dass Facebook zunehmend versuchen werde, das Business-to-Consumer-Geschäft auszubauen.

Ausgaben für IT wachsen um fast 7 Prozent

Der Streit um Marktanteile und Technologien dürfte sich lohnen. Denn auch 2012 steigen die Ausgaben der Unternehmen. Alle Ausgaben für IT sollen um 6,9 Prozent auf insgesamt 1,8 Billionen Dollar steigen. Von dieser Summe werden 20 Prozent auf neue Entwicklungen wie Smartphones, Tablets, mobile Netzwerke, soziale Netze und Lösungen für Big Data entfallen.

Mehr als 50 Prozent des erwarteten Wachstums sind laut IDC auf die Entwicklung in Schwellenmärkten zurückzuführen. Das sind alle Märkte außer Nordamerika, Westeuropa, Japan, Australien und Neuseeland. Gemeint sind damit vor allem die sogenannten BRIC-Länder, bestehend aus Brasilien, Russland, Indien und China. Hinzu kommen weitere Länder mit starken Wachstumsraten im Hightech-Sektor, darunter Indonesien, Vietnam und Saudi-Arabien.