Startschuss für neue Toplevel-Domains

Allgemein

Ab 12. Januar können Unternehmen und Organisationen generische Toplevel-Domains (gTLDs) mit ihrem eigenen Namen beantragen. Die ersten der neuen TLDs werden aber frühestens 2013 ans Netz gehen.

Von der Internet-Domain-Verwaltung ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) werden sie großspurig als »das nächste große Ding« angekündigt, in der Realität wird sich erstmal nicht viel ändern. Gemeint sind die neuen generischen Toplevel-Domains (gTLDs), die ab morgen, 12. Januar, beantragt werden können.

Zur Erinnerung: Toplevel-Domains, das sind die zwei oder drei Buchstaben nach dem Punkt in der Internetadresse, also beispielsweise ».com« oder ».de«.

Online ab 2013

Bei den neuen gTLDS können Unternehmen, Organisationen, aber auch Städte oder Regionen ihren eigenen Namen als Toplevel-Domain führen.

Die Stadt Berlin konnte so beispielsweise ihr Fremdenverkehrsamt unter »www.tourismus.berlin« eintragen lassen. Auch Domains wie ».sport« oder ».hotel« sind denkbar. Der Computerhersteller Apple könnte »ipad.apple« beantragen.

Die Bewerbungen hierfür können ab 12. Januar, eingereicht werden. Die Frist für die erste Antragswelle geht bis Mitte April. Danach wird die ICANN die Anträge prüfen. Im Falle der Zulassung können Bewerber Anfang 2013 mit ihrer neuen Webadresse online gehen.

Interessenten können auch bei Internet-Registraren wie beispielsweise United Domains eine gewünschte TLD vorbestellen.

Privatanwender müssen draußen bleiben

Die neuen gTLDs sind für Firmen, Städte und Organisationen gedacht, nicht für Privatleute. Die hohe Gebühr von 120 000 Euro, die allein für die Bewerbung fällig ist, dürfte Privatanwender ohnehin abschrecken.

Hinzu kommen die für Inhaber einer Toplevel-Domain entstehenden Kosten für Technik, Verwaltung oder Rechtsberatung. So können pro Jahr bis zu 200 000 Euro zusammenkommen, schätzt der Branchenverband Bitkom in einer aktuellen Mitteilung.

Im Vorfeld des TLD-Projekts war von verschiedenen Seiten Kritik laut geworden. Die Kritiker befürchten vor allem eine Kommerzialisierung des Internet durch finanzstarke Unternehmen. Dies wäre dann tatsächlich das von der ICANN versprochene »nächste große Ding«.