Samsung: Display mit Infrarot-Augen

Allgemein

Microsofts Technologie Pixelsense integriert optische Sensoren in LC-Displays. Jetzt hat Samsung die Massenproduktion gestartet. Die Technik erkennt Bewegungen und Gegenstände, die aufs Display gelegt werden.

Seit Anfang Dezember läuft bei Samsung die Massenproduktion einer neuen Panel-Technik, die von Microsoft unter dem Namen Pixelsense entwickelt und dann als Microsoft Surface 2.0 bekannt wurde. Samsung macht daraus nun »Optical Sensor in Pixel« LCD-Panels.

Die Displays reagieren nicht auf Druck wie Touchscreens, sondern auf optische Reize. Jedes Pixel ist mit einem Sensor auf Infrarotlicht-Basis ausgestattet. Das Infrarotlicht wird von der Hintergrundbeleuchtung ausgesendet. Das Display kann damit also gewissermaßen sehen.

Bis zu 50 Sensoren erkennen Gegenstände

Wenn der Anwender Finger oder Hände aufs Display legt oder bestimmte Gegenstände auf der Bildschirmoberfläche ablegt, dann ist das System prinzipiell in der Lage, diese zu erkennen und darauf zu reagieren. Laut Samsung funktioniert das schon, wenn ein Gegenstand in die unmittelbare Nähe kommt. In einem Display sind gleichzeitig bis zu 50 Punkte aktiv.

Das erste Produkt ist Samsung SUR40 und soll schon Anfang 2012 in den Handel kommen. Das 101,6 Zentimeter (40 Zoll) große Display sieht auf den ersten Blick aus wie ein kleiner Tisch, schließlich sollen hier Gegenstände zur Erkennung abgelegt werden.

Das Samsung-Display mit Microsoft-Technik erkennt die Bewegungen von Händen und wandelt diese in Befehle um. (Foto: Samsung)

Interaktiver Tisch für Würfelspiele

Samsung nennt in seiner Mitteilung auch ein Anwendungsbeispiel: Die seit einiger Zeit viel verbreiteten QR-Codes, die sich heute schon auf Zeitschriften oder Werbeplakaten finden. Hält der Anwender die Kamera seines internetfähigen Mobiltelefons vor das Muster, dann öffnet sich eine bestimmte Website mit weiteren Informationen wie Bilder oder Videos. Die Infrarot-Sensoren von Samsungs SUR40 sind ebenfalls in der Lage, solche QR-Codes auszulesen.

Auch Spieleanwendungen wären denkbar, etwa Würfelspiele, bei denen das Display die gewürfelte Zahl in Echtzeit erkennt.

Laut Samsung soll die Technik in Zukunft aber vor allem für Anwendungen wie interaktive Kundenkommunikation genutzt werden können. Beim Kundengespräch in der Bank beispielsweise könnte der Berater Unterlagen oder Dokumente aufrufen, wenn das Panel in den Tisch integriert ist. Oder er könnte Unterlagen und Dokumente einscannen und weiterverarbeiten.

Das SUR40 für Microsoft Surface 2.0 soll schon zu Beginn des ersten Quartals auch in Deutschland verfügbar sein. Das Gerät lässt sich laut Samsung als »eigenständige Tischlösung« oder als Variante mit VESA-Halterung für die Wandmontage bestellen. Außerdem können interessierte Unternehmen benutzerdefinierte Lösungen fertigen lassen.