Druckkosten: Geld sparen durch gezielten Einkauf

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Die meisten Anwender, ob privat oder gewerblich, zahlen zu viel für ihre Ausdrucke. Allein durch den Kauf des passenden Gerätes kann man die Folgekosten deutlich reduzieren und auf Dauer richtig Geld sparen.

Schon beim Kauf eines neuen Druckers oder Multifunktionsgerätes hat man Einfluss auf die Folgekosten, denn meistens gilt: Je billiger das Gerät, desto teurer die Seitenpreise. Es lohnt sich also, schon beim Kauf einen Blick auf die Folgekosten zu werfen.

Preiswert einkaufen, nicht billig

Generell sollte man prüfen, ob es für ein Gerät Patronen mit hoher Reichweite gibt – bei diesen sind die Seitenpreise schon mal um 20 bis 40 Prozent niedriger als bei den Standard-Patronen. Auch gibt es von einigen Tintenpatronen und Tonerkartuschen sogenannte Multipacks mit mehreren Patronen, die dabei weniger kosten als beim Einzelkauf. Spätestens, wenn man monatlich Tinte oder Toner anschaffen muss, kann die gezielte Wahl des Gerätes und des Verbrauchsmaterials zu deutlichen Einsparungen verhelfen. Am drastischsten ist dies bei schwarzen Tintenpatronen von Lexmark. Bei der Patrone »Nr.100« zahlt man rechnerisch rund 10 Cent pro Text-Seite, nur noch 5 Cent bei der Patrone »Nr.100XL« und bei der Patrone »Nr.105XL« schließlich gerade mal 1 Cent. Alle drei Patronen passen generell in dieselben Geräte, aber die 105XL funktioniert nur in den teureren Spitzenmodellen.

Zu Tinte von Fremdherstellern gibt es zwei vorherrschende Meinungen: Konkurrenzlos billig sagen die einen, billiger Müll die anderen. Achtung: wenn Dokumentenechtheit erforderlich ist, fällt damit die Verwendung von Fremd-Toner oder -Tinte schon flach. Die Verwendung von 1-Euro-Tinte kann dann problematisch werden, wenn die Ausdrucke länger halten sollen. Zwar sind nicht alle Billig-Tinten automatisch schlecht, aber die Wahrscheinlichkeit, dass sich damit keine haltbaren Ausdrucke produzieren lassen, ist relativ hoch. Zudem sagt ein günstiger Patronenpreis nichts darüber aus, wie viel die gedruckte Seite im Endeffekt kostet. Sind mit der Fremdtinte viele Reinigungsläufe nötig, um den Drucker am Laufen zu halten, egalisiert sich die finanzielle Einsparung möglicherweise.

Vorhandenes effizient nutzen

Bis zu 40 Prozent Tinte oder Toner kann man schon allein dadurch sparen, dass man den Entwurfs- oder Spar-Modus eines Druckers nutzt. Das ist teilweise mit einem Qualitätsverlust verbunden, aber beispielsweise für Ausdrucke zum Korrekturlesen immer noch gut genug.

Und wenn der Druckertreiber Tinten- oder Tonertiefstand meldet, ist oft noch lange nicht Schluss – vor allem bei älteren Geräten. Es gibt »strenge« Drucker, die einfach den Dienst einstellen, wenn eine Tinte leer ist. Die meisten Drucker geben jedoch Warnmeldungen von sich, wenn eine Farbe zu Ende zu gehen droht. Vorsichtige Anwender wechseln nun schon die Tinte und verschenken, ja nach Modell, bis zu 40 Prozent des Inhaltes. Man sollte zumindest bis zur zweiten Warnstufe der Druckersoftware warten, bevor man die Kartusche wechselt.

Bei vielen Laserdruckern hilft es, den Toner aus dem Gerät zu nehmen und ein paar mal zu schütteln. So kann man auch den Toner-Rest, der in Kanten steckte, noch verdrucken. Es schadet dem Druckwerk auch nicht, wenn man wartet, bis das Druckbild streifig wird und der Toner tatsächlich zu Ende ist. Nutzt man ein Multifunktionsgerät mit Fax, hat man so aber im Zweifelsfall weiße Blätter in der Ablage. Hier sollte man also doch den Toner vorher wechseln.

Bei Tintenpatronen hilft Schütteln nichts. Die Geräte von Brother, Epson und Kodak stellen in der Regel den Dienst ein, ist eine Tinte zu Ende. Bei Canon, HP und Lexmark kann man trotz Tintenwarnungen noch weiter drucken. Man sollte diese Warnung zum Anlass nehmen, Tinte zu kaufen. Wechseln braucht man aber noch nicht sofort. Hierbei sollte man beachten, dass Druckköpfe überhitzen können, wenn der Drucker ohne Tinte zu drucken versucht.

Leider gehen die Hersteller in den letzten Jahren dazu über, die Patronengehäuse immer undurchsichtiger zu gestalten. Das bedeutet, der Anwender kann sich selber kaum noch ein Bild davon machen, wie viel Tinte tatsächlich noch im Behälter vorhanden ist.

Mittlerweile bieten einige Hersteller im Treiber einen Schwarz-Druck-Modus an – so ist zumindest noch SW-Druck möglich, wenn eine Farbe aufgebraucht ist. Andersherum wird es auch angeboten, macht aber nur wenig Sinn und ist extrem teuer: mit den Farben weiter drucken, wenn die schwarze Tinte zu Ende ist.

Als Fazit kann man zusammenfassen, dass es den Anwender beim Drucken teuer zu stehen kommt, wenn er das billigste kauft, denn nur für die hochwertigeren Geräte gibt es XL-Patronen mit geringeren Seitenkosten. Auch der Kauf von Tinte oder Toner im Multipack ist sinnvoll, weil dabei der Preis pro Kartusche geringer ist.

Es klingt zwar paradox, aber wer beim Thema Drucken etwas mehr Geld ausgibt, spart schon mittelfristig deutlich ein.

(Quelle kleines Bild oben: ArtHdesign – Fotolia.com)