
IT-Gipfel 2011: Smarte Netze und ein Prozessdatenbeschleuniger
Zum 6. Nationalen IT-Gipfel trafen sich Minister, Politiker, Topmanager und Wissenschaftler am 6. Dezember in München. Der Aufbau intelligenter Netze, die Rekruitierung von Fachkräften sowie Sicherheit und Vertrauen in der digitalen Welt standen im Mittelpunkt der Konferenz. Aber auch eine Erfindung namens Prozessdaten-Beschleuniger feierte Furore.
Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer begrüßte die rund 1.000 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft mit den Worten: »Willkommen im gelobten Land. Bayern steht so gut da wie noch nie in seiner Geschichte«. Fehlte nur das Bild der glücklichen Verbindung von Lederhose und Laptop. Bayern zählt jedenfalls zum wichtigsten Hightech-Standort in Deutschland.
Dr. Philipp Rössler, Bundesminister für Wirtschaft und Technologie und damit Gastgeber des Nationalen IT-Gipfels, ging in seiner Rede noch einen Schritt weiter: Die Produktivität der gesamten Wirtschaft in Europa hänge von der IT als entscheidender Innovations- und Wachstumstreiber ab.

Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp Rössler forderte eine ernünftige Regulierung der Telekommunikationnetze.
Bis zum Jahr 2015 wolle die Branche 30.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Rösler ging dann auf die drängendsten Fragestellungen ein, die derzeit die ITK-Branche umtreibt: Fachkräftemangel, Datenschutz und Datensicherheit sowie Regulierung des TK-Marktes. »Die Regulierung der Anbieter darf diese nicht behindern, wir brauchen eine vernünftige Regulierung.« Die Telekommunikations-Novelle würde die Voraussetzungen für eine neue Art der Regulierung schaffen.
Vernetzt, mobil und smart
BITKOM-Präsident Prof. Kempf betonte in seiner Rede, dass im Aufbau intelligenter Netze, im Cloud Computing und in der Nutzung mobiler Endgeräte und sozialer Online-Medien große Potenziale der ITK-Technologien stecken. Ein Beispiel hierfür sind Smart Grids, also intelligente Energienetze, mit denen sich dezentral Wind- und Sonnenenergie erzeugen und verteilen lässt.
Im Gesundheitswesen sollen durch die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte digitale Patientenakten und das elektronische Rezept ermöglicht werden. Und durch eine intelligente Verkehrslenkung können Staus und Unfälle vermieden werden. »Der Auf- und Ausbau intelligenter Netze ist eine nationale Herkulesaufgabe«, gestand Kempf ein. Dies ist sicherlich nicht übetrieben, wenn man bedenkt, dass hierfür Investitionen von gut 130 Milliarden Euro benötigt werden.

Bei der Pressekonferenz zum 6. IT-Gipfel einmütig zusammen: BITKOM-Präsident Prof. Kempf und Bundeswirtschaftsminister Dr. Rösler.
Beim Thema Datensicherheit wurde der BITKOM-Präsident noch deutlicher: »Die digitale Welt lässt sich ohne das Vertrauen der Nutzer nicht entwickeln. Dieses Vertrauen wird uns nicht geschenkt, wir müssen und werden es uns verdienen.« Und für die Akzeptanz der intelligenten Netze werden Sicherheit und Datenschutz laut Kempf eine entscheidende Rolle spielen.
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