Trotz Problemen: Outsourcing nach China nimmt zu

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IT-Aufgaben und Geschäftsprozesse werden mit zunehmendem Volumen nicht mehr nach Indien, sondern nach China ausgelagert – trotz gewisser Schwierigkeiten.

Digitale Dienstleistungen von China aus haben sich seit 2007 mehr als verdreifacht. Damals waren es noch bescheidene 1,2 Milliarden Dollar in Toto, 2010 wurden 3,5 Milliarden abgerechnet und bis 2015 soll das Wachstum ungebremst weitergehen. Dann könnten mit 10 Milliarden Dollar fast zweieinhalb mal so viel mit IT-Dienstleistungen im Reich der Mitte umgesetzt werden, lautet eine Vorhersage der Everest Group.

Die Berater für Outsourcing und Branchenanalysten sehen China in den nächsten 13 Jahren zu einem ernsthaften und bedeutenden Markt für IT- und Offshore-Dienstleistungen heranwachsen. Schon heute rangiere das Land aufgrund seiner günstigen Arbeitskräfte in der Beliebtheitsskala der IT-Verantwortlichen auf Platz drei hinter Indien und Philippinen. Nur die mangelnden englischen Sprachkenntnisse würden ein noch explosiveres Wachstum verhindern. Mangelnde Stromversorgung, schwierige Logistik und manchmal sogar die Umweltbedingungen kämen erschwerend hinzu. Das Ausbildungsniveau dagegen sei exzellent und die Menge an Ingenieuren und IT-Spezialisten ebenfalls erfreulich groß.

»Etliche Chief Information Officers (CIO) benutzen China, um von hier aus ihre regionalen Geschäfte und Niederlassungen in Asien, insbesondere Japan, Hongkong und Südkorea, zu bedienen. Dagegen wurden IT-Dienstleister in Indien oder auf den Philippinen hauptsächlich dazu eingesetzt, gewisse Bereiche im Heimatmarkt günstig zu ersetzen«, führt Everest-Vizepräsident H. Karthik aus. Über die besten Schritte zu einer effektiven Outsourcing-Strategie hat sich kürzlich Gartner ausführlich ausgelassen (wir berichteten).

(Bildquelle: iQoncept – Fotolia.com)