Kienbaum: IT-Gehälter steigen deutlich

JobsKarriere

Geschäftsführer, Topmanager und Fachkräfte bekommen wieder deutlich mehr Geld. Das geht aus der aktuellen Vergütungsstudie von Kienbaum hervor. Daneben steigt auch das Bildungsniveau in den Führungsetagen. Ohne Hochschulabschluss wird eine Karriere immer schwieriger.

Fach-und Führungskräfte der IT-Branche können sich freuen: Ihre Gehälter sind im vergangenen Jahr durchschnittlich um 4,5 Prozent gestiegen. Im Vorjahr hatte die Steigerung noch bei mageren zwei Prozent gelegen. Der Anstieg bedeutet diesmal einen echten Mehrverdienst für die Mitarbeiter, denn er liegt noch über der Inflationsrate. Nachzulesen ist das in der »Vergütungsstudie 2011/12 für Führungs- und Fachkräfte in der IT-Branche«. Der Bericht wird alljährlich von der Managementberatung Kienbaum herausgegeben.

Als Ursache der steigenden Gehälter sieht Kienbaum nicht nur den Wirtschaftsaufschwung der letzten Monate, sondern vor allem den »engen Arbeitsmarkt für ITler. Gute ITler sind derzeit sehr gefragt auf dem Arbeitsmarkt«, sagt Christian Näser, Vergütungsexperte bei Kienbaum. Die Hälfte der Unternehmen aus der IT-Branche schätzt ihre wirtschaftliche Situation als »durchschnittlich« ein, und ein Drittel sogar als »überdurchschnittlich«.

Die Topverdiener der IT-Branche

Wie nicht anders zu erwarten sind die Vorsitzenden der Geschäftsführung mit durchschnittlich 314 000 Euro pro Jahr die Topverdiener. Den größten Gehaltssprung machen IT-Netzwerkmanager und Key Account Manager, die sich über eine Steigerung ihres Grundgehalts von 5,8 Prozent freuen durften. Wer als alleiniger Geschäftsführer fungiert, bekam nur drei Prozent mehr Geld.

Der Trend der vergangenen Jahre zur variablen Vergütung setzt sich weiter fort. 95 Prozent der Geschäftsführer, 88 Prozent der Führungskräfte und 78 Prozent der Fachkräfte erhalten zusätzlich zum Grundgehalt einen Bonus.

Bei Geschäftsführern beträgt der Bonus durchschnittlich 72 800 Euro, bei Führungskräften 23 200 und bei Fachkräften 9300 Euro pro Jahr.

Hochschulzeugnis ist wichtig

Die Personalverantwortlichen sind anspruchsvoll geworden. Die früher häufig so erfolgreichen Quereinsteiger haben heute schlechte Karten. Wer Karriere machen will, sollte einen Abschluss einer Universität oder einer Fachhochschule besitzen. 70 Prozent der Führungs- oder Fachkräfte in der IT-Branche haben einen entsprechenden Abschluss. Christian Näser spricht von einem »Trend zur Höherqualifizierung, da derzeit eine besser ausgebildete Generation nachrückt«.

Auf dem Gehaltszettel macht sich ein Universitätsabschluss ebenfalls bemerkbar. Laut Kienbaum verdient ein promovierter Geschäftsführer durchschnittlich 50 000 Euro mehr als einer mit Haupt- oder Realschulabschluss.

Dienstwagen für Topmanager

Kein Bonus im eigentlichen Sinne, aber doch eine schöne Vergünstigung ist der Dienstwagen. Jeder zweite Topmanager darf einen solchen fahren. Als beliebteste Marke unter Führungskräften und Geschäftsführern gilt Audi.
Bei den Fachkräften nimmt die Dienstwagen-Dichte deutlich ab. Nur jeder vierte erhält einen Firmenwagen, und auch keinen schicken Audi, sondern »nur« einen VW.

Laut Kienbaum geben die IT-Unternehmen durchschnittlich 46 000 Euro für einen Dienstwagen aus.

»Gute ITler sind derzeit sehr gefragt auf dem Arbeitsmarkt«, sagt Christian Näser, Vergütungsexperte bei Kienbaum. (Foto: Kienbaum)

 

Daneben spielt die Altersvorsorge eine immer größere Rolle. So hätten 76 Prozent aller Mitarbeiter in der IT- Branche eine betriebliche Zusatzversorgung, 30 Prozent davon stammen aus einem einkommensunabhängigen Versorgungsbetrag. Die Zusatzversorgung fließt an eine Direktversicherung oder eine Pensionskasse.

Insgesamt wurden für den Kienbaum-Report die Gehälter von 3577 Mitarbeitern aus 254 Unternehmen ausgewertet.
(Bildnachweis kleines Bild: Bundesbank)