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Microsoft will Virenscanner in Windows 8 einbauen

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Erneut versucht es der Softwarekonzern aus Redmond, eine klassische Stand-Alone-Lösung direkt ins Betriebssystem zu integrieren. Das dürfte die Hersteller dieser Kategorie wie auch die Wettbewerbshüter auf die Palme bringen.

Ob Microsoft nichts gelernt hat aus der Internet-Explorer-Pleite, bei der vor allem die EU-Kommission korrigierend einschreiten musste? Jedenfalls scheint den Verantwortlichen die Problematik klar zu sein, denn ohne großes Aufsehen bauen die Entwickler gerade ein Anti-Viren-Modul in Windows 8 ein. Es sollen also keine Downloads à la Windows Live bzw. Security Essentials und vor allem keine externen AV-Sicherheitsprodukte mehr nötig sein. Das dürfte die vielen Anbieter solcher Programme zu Gegenmaßnahmen provozieren.

So gab es denn auch spontan Protest-Äußerungen im Sophos-Blog. Dabei wurde auch süffisant darauf hingewiesen, dass erst die vielen Löcher in Microsoft-Produkten die ganze Branche der AV-Hersteller hervorbrachte – und man es traditionell Redmond nicht zutraue, die Windows-8-Security schnell und gut genug auf dem nötigen Niveau zu halten.

Andere Kommentatoren halten die MS-Entscheidung nur für einen Marketing- und PR-Trick, da man dem Konsumenten damit ködern könne, dass Version 8 mit eingebauter Virenabwehr das sicherste Windows aller Zeiten sei. Doch aufgrund der MS-Securitysoftware der Vergangenheit brauche sich die Branche keine Sorgen zu machen, denn Kunden müssten dann doch auf bessere Profi-Software umsteigen, um Datendiebstahl zu verhindern, heißt es bei Ycombinator.com

Matt Coger von Geek.com freut sich geradezu über den Schritt von Microsoft, rücke es doch einerseits die Notwendigkeit von Sicherheitssoftware in den Fokus der Aufmerksamkeit, und sorge andererseits mittelfristig für viele neue Kunden: »Über 90 Prozent der Kundenprobleme, die ich zu bearbeiten habe, resultieren aus abgelaufenen Schutzprogrammen«, merkt Coger an.