HP verliert 91 Prozent des Gewinns – Chefin Whitman will Unternehmen »neu aufbauen«

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Zu viele Verluste durch lahmende Wirtschaft und »schlechte Unternehmensführung« haben HP hart getroffen – Meg Whitman will das Unternehmen nun mit langsamen Schritten wieder voranbringen.

HP meldet seine Ergebnisse für das vierte Quartal 2011  und verkündet Jahresumsätze von 127,4 Milliarden US-Dollars und GAAP-Einkünfte von 3,32 Dollar pro Aktie – im vierten Quartal waren es 32,2 Milliarden Dollar Umsatz und nur noch 12 Cents Gewinn pro Aktie (zusammen 200 Millionen Dollar).

Die derzeitige HP-Chefin Meg Whitman betont dabei, wie gut die fast schon verloren geglaubte Hardwareschiene des Konzerns zu^m Ergebnis beigetragen habe. Das Geschäftsjahr 2011 sei schwierig (»eine Herausforderung«) gewesen, man müsse nun im Jahr 2012 zurück zu den Geschäftsfundamenten.

Die New York Times, die auf der Bilanzpressekonferenz war, sieht alles nicht mehr ganz so rosig wie es Whitman in der Pressemitteilung darstellt. Zwar übertreffe HP die etwas niedrigeren Erwartungen, doch dennoch sei der Profit in diesem Quartal um ganze 91 Prozent im Jahresvergleich zum vierten Quartal 2010 gesunken.

Whitman habe dazu gesagt: »Wir müssen einiges wieder aufbauen – durch was dieses Unternehmen ging, hätte kleinere Firmen umgehauen«. Whitman habe erklärt, es gebe keine Pläne für große Zukäufe mehr und man werde sich auf interne Entwicklung bei Produkten und Services konzentrieren. Man werde im kommenden Jahr daran arbeiten, das durch große Zukäufe geschädigte Unternehmen wieder voranzubringen – für die Akquisitionen sei an der eigenen Forschung und Entwicklung gespart worden.
In den Zahlen des vierten Quartals finden sich zudem Kosten von 2,1 Milliarden für die Schließung des WebOS-Geschäftes.

Whitman, die erst seit September HP-Chefin ist, löste den glücklosen Leo Apotheker ab und tut nun alles, um die Erwartungen der Börse zu dämpfen. Der wichtigste Schritt nach Whitmans Amtsantritt war der, die PC-Branche nicht auszulagern wie zuvor von Apotheker geplant.

Die Verluste seien schmerzvoll und zugleich der schlechten Unternehmensführung und der lahmenden Wirtschaft zuzuschreiben, die auch das Geschäft mit Servern und PCs beeinflusst habe. Und nein, aus dem Tablet-Business steige man nicht aus und bringe voraussichtlich Mitte 2012 ein Windows-Gerät.

Der Gesamtplan für HP sei, die vorhandenen Abteilungen nicht mehr wie separate Geschäfte zu führen, sondern wieder als ein gemeinschaftliches Unternehmen auftreten zu lassen. »Wir können mehr«, sprach Whitman zuversichtlich.

(Foto von Max Morse – Wikipedia Commons)

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