SAP-Vize: Wir brauchen neue Produktkategorien

Um seine Zukunft zu sichern, sollte der Softwarekonzern aus Walldorf alle 18 Monate mit frischen Produkten in ganz neuen Tätigkeitsbereichen antreten. Das postulierte gerade der Co-CEO Jim Hagemann Snabe.

von Ralf Müller 0

Neulich erst kam heraus, dass es unter den SAP-Kunden Konfusion über die Cloud-Zukunft des Softwarekonzerns gibt (wir berichteten) und nun scheinen sich auch die Manager des deutschen Softwarekonzerns Gedanken darüber zu machen, wohin die Reise überhaupt gehen soll. Jedenfalls dachte Vize-Chef Jim Hagemann Snabe gestern laut über mögliche neue Produktkategorien und damit einen Schwenk in der Firmenstrategie nach.

»Um künftig noch Wachstum zu haben, müssen wir uns etwa alle anderthalb Jahre etwas neues Einfallen lassen«, sagte Snabe während der elften jährlichen Technologiekonferenz in Barcelona.
Der erste Schritt von SAP sei im Mai 2010 die Übernahme von Sybase gewesen, um entsprechende Expertise und Angebote im Bereich der mobilen Apps zu besitzen. Kurz danach habe man seine Bemühungen rund ums In-Memory-Computing mit der HANA-Plattform verstärkt. HANA steht für »High Performance Analytic Appliance« und verspricht den Unternehmen, bessere Entscheidungen auf Basis von Echtzeitdaten zu fällen.

»Wenn wir kaufen, dann nur zur Beschleunigung unserer Öffnung hin zu neuen Produktkategorien«, betont Snabe. Und es gebe noch viele Bereiche, in denen SAP bislang nicht präsent sei. Etwa das Feld der Kollaborationssoftware, wo sich Partner wie Jive Software oder Open Text anböten. Snabe führt SAP-Großkunden an, bei denen man auf der IT-Infrastruktur locker 400 Apps finden könne, die nicht aus dem Hause SAP stammen.

»Selbst ein treuer SAP-Kunde gibt heute im Schnitt nur 5 Prozent seines IT-Budgets für unsere Produkte aus«, gibt Snabe zu. An mangelnder Qualität oder zu komplizierter Handhabung mag er diesen Umstand nicht festmachen. Es gebe ja noch die Infrastruktur, Dienste und andere Apps, die Firmen brauchen. »Wir betteln nicht um mehr Budget. Wir brauchen nur ein neues Blatt auf der Hand, um mehr Stiche zu machen.« Und neue Märkte. Etwa China. Hier glaubt Snabe, dass es locker eine Million Firmen gibt, die dringend von der SAP-ERP überzeugt werden müssen. Bislang hat man in jener Region nur 170.000 Kunden.

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