Französischer Energieriese EDF ließ Greenpeace hacken – verurteilt zu 1,5 Milionen Euro Strafe

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Ein französisches Gericht hat ein Urteil zum Hacking-Fall aus dem Jahr 2006 gefällt – und am 10.11.2011 EDF schuldig gesprochen. Neben der heftigen Strafe muss der Staatskonzern EDF auch noch eine halbe Million Euro Entschädigung an Greenpeace abdrücken.

EDF ist der größte Produzent nuklearer Energie in Europa – und wegen schwerer Industriespionage für schuldig befunden worden. Greenpece freut sich ganz ofiziell über den Schuldspruch.

Der Richter verurteilte Pierre-Paul François, der 2006 für die Sicherheit und um die Atomkraftproduktion zuständig war, zu drei Jahren Gefängnis, und auch sein damaliger Chef  Pascal Durieux muss für drei Jahre hinter Gitter. Dafür, dass er die Spionage-Aktion genehmigte, muss er noch einmal 10.000 Euro Strafe berappen. Diese Strafen fallen zusätzlich zu den eineinhalb Millionen Strafzahlungen des Energiekonzerns an.

Frankreich – also EDF – betreibt um die 60 Atommeiler, deckt einen Großteil der Stromproduktion in Frankreich damit ab und liefert auch an die Staaten außen herum (auch Deutschland).

Laut der britischen Zeitung TheGuardian hat EDF Greenpeace schon seit 2004 ausspionieren lassen  und die Detektei Kargus Consultants 2006 darauf angesetzt, Greenpeace-Aktionen zur Blockierung von Kernkraftwerken rechtzeitig zu finden und zu verhindern. Die Detektive hätten einen Trojaner im Computer des damaligen Greenpeace-Kampagnendirektors Yannik Jadot platziert, um E-Mails und Dokumente auszuforschen.

Auch der Thierry Lorho, Chef von Kargus und früherer Mitarbeiter des französischen Geheimdienstes, muss drei Jahre ins Gefängnis und 3400 Euro Strafe bezahlen. EDF muss zusätzlich noch 50.000 Euro Schadensersatz an das Opfer Jadot ausschütten.

Der Spionageskandal hatte bereits 2009 hohe Wellen vor allem im Land des Energie-Empfängers Großbritannien geschlagen.

(Bildquelle: Pierre Gleizes – Greenpeace))

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