Britische Forscher arbeiten an Betriebssystem für biologische Zellen

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Was wie aberwitzige Tüfteleien verrückter Daniel Düsentriebs klingt, ist in Wirklichkeit ein ernstzunehmendes Forschungsprojekt, das Computertechnik in Zellstrukturen bringen soll.

Die »Interdisciplinary Computing and Complex Systems Research Group« der Universitität Nottingham arbeitet tatsächlich an der Kombination biologischer Pozesse und ihrer Steuerung nach dem Vorbild von Computer-Betriebssysteme. Eine Art »Zellencomputer« soll entstehen, berichtet die britische Innovations-Website »The engineer«.

Das Magazin zitiert Professor Natalio Krasnogor, der die interdisziplinäre Forschungsgruppe »Computing and Complex Systems Research« leitet: »Wir versuchen, ein Zell-Äquivavlent zu einem Computerbetriebssystem zu erschaffen – eine Gruppe von Zellen soll einfach umprogrammiert werden können, um bestimmte Funktionen auszuführen, ohne dass die Hardware geändert werden muss«.

So weit hergeholt scheint die Theorie nicht, und zahlreiche Anwendungen  in den Themenbereichen Umwelt, Medizin und Nahrungsmittel schweben den Forschern bereits vor Augen.

Die Computertechnik auf eine chemische Basis umzusetzen könnte in diesen Bereichen tatsächlich von Nutzen sein, denn die Produktion von schnellen Prototypen wie bei Software könne die bisherigen Trial-and-Error-Vorgehensweisen bei chemischen Anwendungen vermeiden und so schneller zu Ergebnissen kommen.

(Bildquelle: Opabinia regalis – CreativeCommons Gnu FDL)

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