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Storage-Markt im Aufwind

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Die Messe Storage Networking World stand in diesem Jahr unter dem Motto »Powering the Cloud«. Die Aussteller berichten über volle Auftragsbücher.

Die Storage Networking World  (2. und 3 November in Frankfurt) hat sich als Familientreffen der Storage-Branche etabliert. Die meisten Hersteller zeigten sich mit dem Auftritt auf der Messe zufrieden. Die dräuende Krise hat den Storage-Markt noch nicht erreicht, das einstimmige Urteil lautete: »Die Nachfrage nach Storage-Lösungen ist ungebrochen und wegen des ständigen Datenwachstums sind die Unternehmen zu Investitionen bereit.«

In technischer Hinsicht ist die Sicherung virtueller Infrastrukturen das Trendthema, das eine neue Herangehensweise erfordert. Flash-Technologie schreitet voran, aber nicht in dem Tempo, wie noch vor zwei Jahren vorhergesagt. »Flash ist vor allem für virtuelle Desktop-Infrastrukturen die richtige Antwort, für andere Einsatzszenarien aber zu teuer. Die Preise sind nicht so schnell verfallen wie vorausgesagt«, berichtet Marcus Schneider, Head of Product Development Storage Fujitsu.

Auch am anderen Ende des technologischen Spektrums gibt es wenig Bewegung und für Tape-Speicher ist das Totenglöcklein eindeutig zu früh geläutet worden. »Die Tape-Diskussion ist von einzelnen Herstellern angezettelt worden. Tape ist nach wie vor billigste Art zur Datenspeicherung, auch wenn die Handhabung etwas anstrengend sein kann«, erklärt Marcus Schneider von Fujitsu.

»Tape wird die drehende Platte überstehen«, ist auch Andreas Stolzenberger, System Consultant Advanced Solution Group bei Dell, überzeugt.

Verschiedene Hersteller setzen auf unterschiedliche Konzepte: Renaud Larsen, Chief Cloud Architect, Juniper Networks berichtet: »Klassische 3-Tier Storage reicht aus nicht bei virtuellen Infrastrukturen.« Sein Unternehmen setzt deswegen auf die neue Q-Fabric Technologie. Zwar gibt es noch keine Referenzen, aber hunderte von Pilot-Kunden. Das Feedback bisher: Die Kunden schätzen Agilität, Skalierbarkeit bis 6000 Ports, leichteres Management sowie die Latenzzeiten-Garantie in virtuellen Rechenzentren.

Novastor-CEO Stefan Utzinger sieht seine Backup-Software gegenüber dem Wettbewerb dadurch im Vorteil, dass der Fokus allein auf dem Backup liegt: »Unsere Produkte sind sehr stabil, bieten einfache Bedienung, sind sehr effizient und schnell. Ein großer Vorteil ist unser einfaches Preis- und Lizenzmodell.« Eine komplett neue Management Konsole soll die Bedienung weiter vereinfachen. Seit einem halben Jahr unterstützt Novastor in virtuellen Umgebungen Microsoft Hyper-V, wofür es laut Utzinger starke Nachfrage gibt. In Zukunft will Novastor verstärkt Lösungen für gehobenen Mittelstand anbieten, um große Datenmengen effizient zu sichern.

Marcus Schneider von Fujitsu betont: »Mit unserer neuen Externus DX Highend Plattenspeicher sind wir einer der wenigen Hersteller, die auf der SNW eine echte Neuheit vorstellen.« Ab Februar 2012 soll der neue Eternus DX 8700 S2 allgemein verfügbar sein: »Wir haben mit dem Pre-sales angefangen, es gibt bereits viele Interessenten«, so Schneider. Es ist ein Schritt weg vom Monolith und modularer geworden.

Das System setzt auf Standard-Komponenten und bietet 2-8 Kontroller und bis zu 3.072 Festplatten. Die Software Lizenzierung setzt auf ein neues Modell anhand der Zahl der Kontroller.

Automatisches Storage Tiering aus einem Guss, Quality of Services, je nach Priorität sowie Rollenmodelle für Security sind integriert. Fujitsu setzt auf deutsche Wertarbeit: Die Produktion erfolgt jetzt in Augsburg, vorher war es in Japan. Vorgesehen ist der Eternus DX 8700 S2 für den Einsatz in sehr großen Rechenzentren. Der Einstiegspreis liegt bei etwa 100.000 Euro und kann je nach Ausstattung bis zwei Millionen Euro betragen.

Einige Nummern kleiner sind die Einstiegssysteme sehr gefragt und Fujitsu hat sein Geschäft mit mittelständischen Kunden stark ausgebaut.

Von Verkaufserfolgen berichtet auch Herbert Bild, Solutions Marketing Manager, EMEA bei Netapp : »Die Investitionsbereitschaft in Deutschland ist vorhanden. Aber der Wettbewerb schläft nicht und wir streiten uns mit EMC um die Nr. 1 -Position. EMC VNX ist sicher ein gutes Produkt und wir spüren es, aber mit unserer neuen FAS2240 haben wir jetzt eine Waffe gegen die VNX-e.«

Die FAS2240 bietet Investitionsschutz durch Skalierbarkeit und richtiges Management, mehr Effizienz in virtuellen Infrastrukturen von VMware und effizientes Backup mit NetApp Syncsort Integrated Backup (NSB). Die FAS2240 ist laut Bild besonders für KMus interessant und quotebar ab November. Sie ist der
Ersatz für FAS2020 und FAS2050. Die FAS2040 bleibt bestehen, dort gibt es aber eine Preissenkung.

Mit der FAS2240 wird das Lizenzmodell geändert, alle Protokolle werden jetzt mitgeliefert. Dieses Lizenzschema wurde übernommen von größeren Systemen.

Andreas Stolzenberger, System Consultant Advanced Solution Group bei Dell, sieht mit der neuen Generation der Equallogic-Geräte, die jetzt bei Dell integriert werden, große Fortschritte: »Skalierbarkeit, Fail-Over und Performance sind verbessert.« Der entscheidende Vorteil von Dell sind die Komplettlösungen, alles aus einer Hand. »Unser Pro-support spricht Deutsch. Die Enterprise-Kunden erhalten 24h Enterprise Support in Deutsch«, betont Stolzenberger.

Bei KMU bis zu 500 Arbeitsplätzen sind derzeit Virtualisierungsprojekte gefragt: »80 Prozent ziehen um und brauchen ein passendes Storage-Konzept. Es gibt oft Performance Probleme, weil die Systeme nicht richtig aufeinander abgestimmt sind«. Derzeit laufen 80 Prozent dieser Projekte mit VMware-Technologie, aber Microsoft Hyper-V wird immer stärker.