Flutkatastrophe in Thailand bedroht Festplattenmarkt

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Die Flut in Thailand hat auch die Produktion von Festplattenherstellern wie Western Digital und Toshiba lahmgelegt. Die Analysten von iSuppli warnen vor Lieferengpässen und steigenden Preisen.

Die Flutkatastrophe in Thailand hat bisher fast vierhundert Tote gefordert und die Existenz von Hunderttausenden Menschen bedroht. Da erscheinen die Auswirkungen auf die Hightech-Industrie vergleichsweise harmlos.

So schätzen Experten des Marktforschungsunternehmen iSuppli, dass die Festplatten-Industrie im vierten Quartal um fast 28 Prozent weniger Produkte ausliefern kann als noch im dritten Quartal. In Zahlen: 125 Millionen statt 173 Millionen Festplatten.

Vermutlich sind durch die aktuelle Flutkatastrophe etwa 30 Prozent der aktuellen Produktion verloren. Das dürfte zu einer akuten Knappheit und vermutlich auch zu Preissteigerungen führen. Großhändler und Hersteller werden ihre Lager leeren und den Preis um bis zu zehn Prozent erhöhen.

Betroffen: Western Digital und Toshiba

Die Produktionsprobleme könnten nach Einschätzung von iSuppli bis zu sechs Monaten lang anhalten. Betroffen von der Katastrophe sind laut iSuppli besonders die Hersteller Western Digital und Toshiba. Western Digital könnte seinen Rang als derzeit größter Hersteller von Festplatte verlieren. Thailand ist nach China der zweitgrößte Produzent von Festplatten.

Daneben bedroht die Flut aber auch die Produktion von anderen Elektronik-Produkten. Die Unterbrechung der Lieferketten betrifft beispielsweise die Fertigung von Arbeitsspeicher, Notebooks oder Digitalkameras.

Chance für SSDs bei Notebooks

Eine Lieferknappheit bei Notebooks ist 2011 aber nicht zu erwarten, möglicherweise könnte die Festplattenkrise sich aber im ersten Quartal 2012 bei den Notebook-Herstellern bemerkbar machen. Diese werden dann möglicherweise verstärkt auf SSDs ausweichen.

Auch die Digicam-Produktion von Herstellern wie Sony, Nikon oder Canon ist betroffen. Dies wird laut iSuppli schon im vierten Quartal zu Engpässen führen.

Für die Hightech-Branche sind das kurz vor dem Weihnachtsgeschäft besonders schlechte Nachrichten.

(Bildnachweis kleines Bild: Toshiba)