Made in China: Supercomputer-Entwicklung mit eigenen Halbleitern

Die Asiaten packt gerade der Ehrgeiz, sie wollen Intel, AMD und Nvidia nacheifern und Prozessoren, Chipsätze und Architekturen für eine eigene Supercomputer-Marke herstellen.

von Ralf Müller 0

Die New York Times berichtete am Wochenende von den chinesischen Plänen, die in ihrem ersten Schritt bereits realisiert seien: Praktisch unbemerkt von der Weltöffentlichkeit wurde ein Supercomputer namens »Sunway BlueLight MPP« konstruiert, gebaut und im September am nationalen Supercomputer-Center in Jinan eingeschaltet. Das erstaunlichste Detail daran: Der Rechner basiert auf chinesischen Prozessoren, und zwar dem »ShenWei SW1600«. Gleich 8.700 Stück davon wurden im Sunway verbaut.

Die New York Times zitiert den Computerwissenschaftler Jack Dongarra von der Tennessee-Universität, der regelmäßig an der globalen Hitliste der Top-500-Supercomputer mitwirkt. Dongarra verweist auf chinesische Tech-Portale, die voller Stolz über den china-eigenen BlueLight berichteten. Bislang hatten chinesische Rechenriesen meist Intel- oder Nvidia-Chips benutzt.

Hung-Sheng Tsao, Gründer des HopBit-GridComputing, verbreitete über seinen Blog einige Details zum Sunway BlueLight MPP: Demnach habe das System einen Arbeitsspeicher von 150 TBytes Kapazität und könne auf 2 PBytes externen Speicher zugreifen. Jeder ShenWei SW1600 sei ein 64-bit-RISC-Prozessor mit 16 Cores. Diese Chips seien relativ genügsam beim Stromverbrauch, so dass das gesamte System spürbar weniger Energie benötige als ein konventioneller Supercomputer, heißt es beim Wall Street Journal. China mache mit diesem Schritt klar, dass es technologisch weniger abhängig von westlichen Firmen sein möchte.

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