Weshalb Geräte von Apple im Enterprise-Sektor punkten können

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Mehr als 90 Prozent der Fortune-500-Firmen haben das iPad im Test. Apple-Produkte sind offensichtlich besser für den Einsatz in Großunternehmen geeignet, als man denkt, sagt Don Reisinger.

Als Apple die Geschäftszahlen für das vierte Quartal vorlegte, teilte der Konzern mit, dass zum Ende des Geschäftsquartals 93 Prozent der Fortune-500-Firmen das iPad im Testbetrieb hätten oder es bereits in ihren jeweiligen Unternehmen einsetzen würden.

Was das iPhone betrifft, gab das Unternehmen bekannt, dass 60 Prozent dieser Firmen das Smartphone von Apple testen oder bereits aktiv nutzen würden. Dies bedeutet eine Zunahme im Vergleich zum letzten Quartal, als 91 Prozent beziehungsweise 57 Prozent dieser Firmen Feldversuche mit dem iPad und dem iPhone durchführten.

Der Konzern wies ebenfalls darauf hin, dass die US-Baumarktkette Lowe’s seine Mitarbeiter »mit mehr als 40.000 iPhones ausstattet«. Aufgrund dieser Zahlen scheint es, als ob Apple wesentlich stärker im Großkunden-Segment präsent ist, als viele dies für möglich hielten.

Im Laufe der Zeit hat sich die Ansicht verfestigt, dass die Firma mit Hauptsitz in Cupertino in Kalifornien der Liebling der Privatanwender und der Alptraum von IT-Leitern sei. Aber diese Wahrnehmung hat sich nun, dank iPhone und iPad, verändert. Und nun können sich sogar die größten Unternehmen der Welt für den Einsatz von Apples mobilen Endgeräten erwärmen. Und zwar aus folgenden Gründen:

1. Zweifel hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit von RiM
Über viele Jahre hinweg war Research In Motion für Unternehmen der Hersteller der Wahl, wenn es um mobile Endgeräte ging. Im Moment jedoch macht RIM keine gute Figur und die IT-Verantwortlichen werden sich dessen langsam bewusst. Das Unternehmen lehnt sich mit seinen Produkten, wie dem Storm 2, zu sehr an Apple an, und das Management der Firma scheint nicht gewillt zu sein, seine Strategie zu ändern, obwohl RiM gegenüber anderen, besseren Produkten an Boden verliert. Dies bleibt nicht unbemerkt bei den Großkonzernen. Man ist dort gründlich am Überlegen, ob Mobilgeräte von RiM auch in Zukunft eine gute Wahl darstellen.

2. Die BlackBerry-Panne lässt RiM schlecht aussehen
Die BlackBerry-Panne Mitte dieses Monats hat die Chancen, dass RIM seine Fortune-500-Kunden treu bleiben, bei vielen Firmen nicht gerade gesteigert. Obwohl die Störung eintrat, nachdem Fortune-500-Firmen bereits Interesse an Apples Geräten bekundet hatten, könnte diese Panne sehr wohl die Zahlen für dieses Quartal sogar noch weiter in die Höhe treiben. Die Mitarbeiter in den erfolgreichsten Firmen überall auf dem Globus sind bei ihrer Arbeit auf E-Mail und Messaging-Dienste angewiesen. Da die Dienste von RiM in manchen Fällen für länger als einen Tag ausgefallen waren, konnten Angestellte nicht darauf zugreifen. Dies hat RIMs Glaubwürdigkeit schwer geschadet.

3. Verfügbarkeit von Apps
Der Erfolg von iPhone und iPad bei den Fortune 500 könnte einiges mit der schieren Zahl der Applikationen zu tun haben, die Nutzern zur Verfügung stehen. Apple bietet momentan mehr als 500.000 Applikationen in seinem App Store an, darunter allein mehr als 140.000 speziell für iPad-Nutzer. Andere Betriebssysteme können bei der Zahl der Apps, insbesondere Business-Apps, einfach nicht mithalten. Diese Tatsache ist für Unternehmen von hoher Wichtigkeit.

4. Konsumerisierung wirkt sich positiv für Apple aus
Im Laufe der letzten Jahre hat sich in der Welt der Unternehmens-IT das Phänomen der Konsumerisierung zunehmend ausgebreitet. Mitarbeiter nutzen ihre privaten Geräte im Büro und die IT-Abteilung kann sich immer mehr mit dem Gedanken anfreunden, dies zuzulassen, da man dort erkannt hat, dass der Einsatz von Produkten, die auf Endverbraucher zugeschnitten sind, von Vorteil ist. Und wie die Geschichte gezeigt hat, sind es typischerweise die weltgrößten Unternehmen, die als Katalysator der Veränderung wirken. Dieses Mal wirkt sich dies zu Apples Gunsten aus.

5. Apples Enterprise-Ansatz steht im Kontrast zu Dell
Als Dell zu dem PC-Giganten wurde, der es heute ist, hatte das Unternehmen eine einmalige Strategie: Man verkaufte den Großunternehmen Computer mit dem Endziel, die Mitarbeiter davon zu überzeugen, Dell-PCs auch für Zuhause anzuschaffen. Diese Idee zündete. Apple hingegen hat das genaue Gegenteil davon getan. Anders als Dell hat Apple sich mit dem iPhone und iPad zuerst den Privatkunden zugewandt und schließlich in den weltgrößten Unternehmen einen Wandel bei den mobilen Endgeräten herbeigeführt. Das hat sich als kluger Schachzug herausgestellt.

6. Bedarf an Tablet-PCs
Überall auf dem Globus wird den Spitzenunternehmen bewusst, dass es einen Bedarf an Tablet-Computern gibt. Sie ermöglichen nicht nur mehr Mobilität, sondern sie sind normalerweise auch sicher. Aus diesem Grund ist das iPad von Apple die erste Wahl. Tablets auf Android-Basis geraten aufgrund von mangelhafter Software-Funktionalität und Sicherheitsbedenken ins Hintertreffen, und das BlackBerry PlayBook von RiM ist für Durchschnittsunternehmen zu sehr auf die Bedürfnisse von Privatnutzern zugeschnitten. Das iPad jedoch kann mit einer großen Zahl an Apps aufwarten und verfügt über starke Sicherheitsfunktionen, was das Gerät zur ersten Wahl macht für die größten Unternehmen der Welt.

7. Android lässt zu wünschen übrig
Es mag seltsam erscheinen, dass im Bereich Smartphones Android, der Liebling der Privatanwender, nicht auch gleichzeitig im Enterprise-Segment eine führende Rolle einnimmt. Man sollte jedoch erwähnen, dass Android als Betriebssystem noch stärker auf Privatanwender ausgerichtet ist als dies bei iOS der Fall ist. Darüber hinaus leidet die Android-Plattform unter gravierenden Sicherheitsmängeln, darunter Apps, die Schadsoftware enthalten, wodurch dieses Betriebssystem für den Einsatz in der Geschäftswelt von vornherein ausscheidet. Bis Android mit besseren Sicherheitsfunktionen aufwarten kann, werden die meisten Unternehmen iOS gegenüber Googles Betriebssystem den Vorzug geben.

8. Windows Phone 7 bleibt außen vor
Windows Phone 7 hingegen ist ein eigentümlicher Fall. Im Gegensatz zu Android weist das Windows-Betriebssystem weniger Sicherheitslücken auf und da Microsoft dahinter steckt, verfügt das OS über ausreichend Enterprise-Funktionen, um es der IT-Abteilung schmackhaft zu machen. Das einzige Problem ist, Windows Phone 7 schlägt in vieler Hinsicht Sonderwege bei der Funktionalität ein und seine mangelhafte Update-Routine versetzt die Mitarbeiter von IT-Abteilungen in Angst und Schrecken. Außerdem stehen für das Betriebssystem nur rund 30.000 Applikationen zur Verfügung, was für die meisten Unternehmen ein Problem darstellt. Im Moment ist iOS für Unternehmen die beste Wahl im Vergleich zu Windows Phone 7.

9. Es gibt Enterprise-Funktionen bei iOS
Es wurde viel über andere Betriebssysteme gesprochen, doch wurde nicht erwähnt, dass die meisten Unternehmen an iOS 5 Gefallen finden werden. Integriert in das Betriebssystem ist eine Fernverwaltungsfunktion für Mobilgeräte, eine der wichtigsten Funktionen für die IT-Abteilung, und es unterstützt «Wipe and Lock«, das heißt, bei Verlust kann das Gerät gesperrt und die darauf befindlichen Daten können gelöscht werden. Außerdem gibt es aufgrund der vielen Business-Anwendungen im App Store keinen Mangel an Funktionalität für die Angestellten von Großunternehmen aller Branchen.

10. Entwicklung von maßgeschneiderten Apps
Vielleicht einer der herausragendsten Gründe für Großunternehmen, auf das iPhone oder das iPad umzusteigen, ist die Tatsache, dass sie volle Kontrolle über diese Geräte haben. Mithilfe von Apples Entwicklerkit kann jede Firma maßgeschneiderte Apps erstellen, die genau auf die Bedürfnisse der Unternehmensmitarbeiter abgestimmt sind, wodurch die Geräte einen noch höheren Nutzwert erzielen. Dazu kommt, dass diese Applikationen nicht über den App Store vertrieben werden müssen, was bedeutet, dass sie betriebsinterne Daten enthalten können, ohne dass befürchtet werden muss, dass diese an Mitbewerber durchsickern. Die Möglichkeit, maßgeschneiderte Apps zu erstellen, ist einer der Hauptgründe, weshalb Apple für Großunternehmen so attraktiv ist.