Sony Ericsson: Sony macht alleine weiter

MobileSmartphone

Für eine Milliarde Euro kauft Sony dem schwedischen Partner Ericsson die Anteile an der gemeinsamen Mobilfunktochter ab. Die Smartphones sollen künftig noch besser in das Produkt-Portfolio von Sony integriert werden.

Auf dem Smartphone-Markt haben die Geräte von Sony Ericsson bisher nur eine Nebenrolle gespielt. Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Gartner hatten die Handys der gemeinsamen Mobilfunk-Tochter Sony Ericsson im zweiten Quartal 2011 einen weltweiten Marktanteil von gerade mal 1,7 Prozent. Im Vergleichsquartal 2010 waren es wenigstens noch 3,0 Prozent gewesen.

Das will Sony jetzt offenbar ändern. Der japanische Elektronikriese zahlt dem schwedischen Partner Ericsson satte 1,05 Milliarden Euro für dessen 50-prozentigen Anteil am gemeinsamen Tochterunternehmen. Die Übernahme soll im Januar 2012 abgeschlossen sein.

Integration in Sonys Produkt-Portfolio

Mit der Übernahme der Ericsson-Anteile am Smartphone-Geschäft will Sony die Voraussetzungen schaffen, um die Handys und Smartphones noch besser in sein eigenes Produkt-Portfolio einbauen zu können. Dazu gehören neben den Vaio-Notebooks inzwischen auch Tablet-PCs und E-Book-Reader.

Was das heikle Thema Patente und Lizenzen angeht, haben sich die Partner nach eigenen Angaben ebenfalls geeinigt. So wird es ein Abkommen über die gegenseitige Nutzung von Lizenzen geben und Sony bekommt die Rechte an einer Reihe von Patenten im Bereich der drahtlosen Mobilfunktechnik.

Ericsson will sich offenbar wieder auf sein Kerngeschäft, Mobilfunk und Drahtlos-Technik, konzentrieren.

 

Mit Smartphones auf Android-Basis hatte Sony Ericsson in den letzten Monaten wieder Erfolg. Der Marktanteil bei Android-Handys liegt derzeit bei elf Prozent. Im Bild, das Xperia active. (Foto: Sony Ericsson)

 

Zehn Jahre Partnerschaft

Damit geht eine zehnjährige Partnerschaft zwischen den Elektronik-Konzernen Sony und Ericsson zu Ende. Am ersten Oktober 2001 hatten Sony und der schwedische Mobilfunkspezialist ihre Kooperation ins Leben gerufen. Die Unternehmen wollten dabei das Mobilfunk-Know-how von Ericsson und Sonys Erfahrung im Bereich mobile Unterhaltungselektronik verbinden. Das Joint Venture war aber mit den Smartphones zunächst nur mäßig erfolgreich.

Zuletzt hatte sich Sony Ericsson auf die Smartphones der Xperia-Serie mit Googles Betriebssystem Android konzentriert und konnte so wieder einen bescheidenen Erfolg feiern. Nach eigenen Angaben lag der Marktanteil bei Android-Geräten im dritten Quartal bei immerhin 11 Prozent.

Was aus den 7500 Mitarbeitern von Sony Ericsson (Stand: Dezember 2010) wird, ist derzeit noch nicht klar.