Wachstumsstrategie lässt Amazons Gewinn schrumpfen

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Für das dritte Quartal vermeldet Amazon eine dicken Umsatzanstieg von 44 Prozent, doch der Gewinn des Online-Händlers bricht massiv ein. Für die Wachstumsstrategie ist man sogar gewillt, im Weihnachtsgeschäft einen operativen Verlust hinzunehmen.

Mit seinen neuen Kindle-Modellen und dem Tablet Kindle Fire kommt Amazon bei den Kunden gut an. Noch nie habe man so viele Bestellungen erhalten wie am Tag der Vorstellung der neuen Geräte, sagte Amazon-Chef Jeff Bezos. In den drei Wochen, die seitdem vergangen sind, habe man doppelt so viele Kindle-Bestellungen verzeichnet wie zuvor. Und wenn man sich die Vorbestellungen für den Kindle Fire anschaue, werde man die Fertigungskapazitäten aufstocken und noch ein paar Millionen Kindle Fire mehr produzieren müssen als ursprünglich geplant.

Allerdings zahlt Amazon bei jedem Kindle Fire drauf, was recht gut die aktuellen Strategie des Online-Händlers verdeutlicht: Wachstum um jeden Preis. Die Geräte werden zu niedrigen Preisen verkauft, das Geld will man später mit den Inhalten verdienen. Das geht allerdings zu Lasten des Gewinns, der im dritten Quartal um 73 Prozent auf 63 Millionen Dollar zurückging. Zum Vergleich: den Umsatz konnte Amazon um 44 Prozent auf 10,88 Milliarden Dollar steigern.

Im Weihnachtsquartal drohe nun sogar ein operativer Verlust, warnt Amazon und stößt damit die Anleger vor den Kopf, die die Aktie des Online-Händlers um 14 Prozent abstürzen ließen. Der Umsatz werde zwar auf 16,45 bis 18,65 Milliarden Dollar steigen, doch beim operativen Gewinn werden man irgendwo zwischen einem Minus von 200 Millionen Dollar und einem Plus von 250 Millionen Dollar landen, so die Prognosen von Amazon.