Microsoft macht weiter Geld mit Google-Software

BetriebssystemChromebookMobileMobile OSOpen SourceSoftwareWorkspace

Weil in Produkten wie Android und Chrome patentgeschützte Routinen aus dem Hause Microsoft verbaut sind, verlangt der Konzern reihum von den Nutzern einen Obolus. Diesmal traf es Auftragsbauer Compal.

Ungewöhnlich: Ausgerechnet am Sonntag veröffentlicht Microsoft den Abschluss einer weiteren Patent-Lizenzierung. Demnach wird künftig Hersteller Compal Gebühren für jedes gefertigte Gerät abführen, auf dem Android oder Chrome OS läuft.

Bereits im vergangenen Frühling handelte man eine ähnliche Lizenzvereinbarung mit HTC aus und erhöhte den Druck auf Acer und Asus. Dann waren Samsung sowie die taiwanischen Auftragshersteller Wistron und vor ein paar Wochen auch Quanta dran. Die exakten Konditionen des Vertrages wurden nicht veröffentlicht. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass Compal pro Gerät 50 Cent an die Amerikaner wird abdrücken müssen.

Damit hat der Softwarekonzern einen Meilenstein erreicht, denn nun werden schon etwa die Hälfte aller Hardwarehersteller auf diese Weise abkassiert. Natürlich hat sie auch eine ziemliche Kontroverse in der Branche ausgelöst. Es hagelte Kritik und der Vorwurf lautet, Microsoft führe hier die gleiche Masche fort, die 2003 mit der Linux-Lizenz-Strategie begonnen wurde: Jeden Nutzer eines linuxbasierten OS über kurz oder lang zu belangen.

Noch hat dem Softwarehaus niemand Einhalt geboten und die Legitimation der Patente angefochten. Etliche Firmen sind auch für einen solchen Rechtsstreit nicht gerüstet oder fürchten, für ihre PC-Systeme keine normalen Windows-Versionen oder keine guten Konditionen mehr zu erhalten und schlucken ihren Ärger einfach hinunter. Am meisten hält momentan Motorola (mit Google-Unterstützung) dagegen, denn das Traditionshaus benutzt keine Windows-Produkte.