Wird Intel sein Atom-Geschäft retten können?

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Der Halbleiterkonzern musste im Jahresvergleich einen Einbruch bei den Umsätzen mit Atom-Prozessoren und -Chipsätzen um fast ein Drittel verkraften. Die Tablets setzen dem Netbook-Markt ordentlich zu.

Es gibt nur noch vereinzelte aufregende Netbook-Neuankündigungen wie das aufgemotzte Lamborghini-Modell (wir berichteten) oder das besonders günstige Medion bei Aldi, doch das Atom-Business ist das größte Sorgenkind im Hause Intel wie die aktuell veröffentlichten Geschäftszahlen (wir berichteten) beweisen. Nach einem Rückgang um 32 Prozent waren es im abgelaufenen Quartal nur noch 269 Millionen Dollar, die der Konzern in diesem Bereich weltweit einnehmen konnte.

In der Vergangenheit sorge die Atom N-Baureihe noch für einen Marktanteil von 95 Prozent bei allen Netbook-Verkäufen, doch seit der Hype um die Minirechner verraucht ist, wandten sich etliche Hersteller vom teuren Intel-Produkt ab und verbauen seitdem gerne die preiswerten  AMD APUs, die auch noch eine bessere Performance versprechen.

Hersteller wie Marktbeobachter glauben zwar nicht, dass der Tablet-Erfolg die Netbook-Nische wieder verschwinden lassen wird, aber sie sehen ein geographisches Ausdünnen: In Industrieländern wird diese Gerätekategorie ein Randthema werden, während es in Schwellenländern eine weite Verbreitung finden und dort die teuren Notebooks deutlich überflügeln könne. Daher sei auch weiterhin mit eher niedrigen Preisen zu rechnen, die sich überwiegend sogar zwischen 200 und 300 Dollar bewegen dürften. In der Spitze waren 20 Prozent aller ausgelieferten Mobilrechner Netbook-Modelle. Für die zweite Jahreshälfte 2012 soll der weltweite Anteil dann auf 5 Prozent abgenommen haben.

Eigentlich wollte Intel dem Atomgeschäft mit neuen Prozessoren mehr Schub verleihen. In den Startlöchern stehen die Versionen N2800 und N2600 auf Basis der Cedar Trail-M-Plattform sowie die Modelle D2700 und D2500. Doch die Markenhersteller und Systembauer waren in dieser Hinsicht bislang sehr zurückhaltend und überrollten Intel nicht gerade mit einer Vorbestellungslawine. Daher herrscht momentan Unklarheit in der Branche, was aus der neuen Netbook-Generation wird oder wann sie kommt.