NEC baut tragbaren Minicomputer für den Arbeitsplatz

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Vor allem Unternehmen mit großem Betriebsgelände, Fertigungsanlagen, Fabriken und riesigen Lagerhallen haben die Japaner im Visier mit ihrem Bonsairechner, der am Körper getragen wird und beim Benutzen die Hände frei lässt.

»Tele Scouter« nennt NEC seinen Mini-Computer, der über eine Spezialbrille den Bildschirminhalt direkt vor dem Auge darstellt. So können mobile Mitarbeiter unterwegs Daten abrufen und über wichtige Kontrollmenüs den Status von Fertigungsstraßen immer im Blick haben.

NEC habe bei der Entwicklung auch schon kommende Apps für Augmented Reality im Blick gehabt, damit entsprechende Konstruktions- und Kontroll-Programme der nächsten Generation auf dem Winzling funktionieren. Sein Volumen wurde derart reduziert, dass er sich wie ein Smartphone am Gürtel einhaken lässt. Das Arbeitsgewicht von 430 g kommt dem entgegen. Trotzdem schaffe es der integrierte Akku, das System über vier Stunden am Laufen zu halten. Das reicht allerdings noch nicht für eine komplette Schicht.

Im Systeminneren meldet sich ein 500 MHz ARM-Prozessor zum Dienst. Als Betriebssystem wird Windows CE eingesetzt. Die Displaybrille stammt übrigens von Hersteller Brother (AIRscouter) und enthält einen Miniprojektor, der den Bildschirminhalt direkt ins Auge projiziert. Die Auflösung beträgt  dabei 800 x 600 Bildpunkte, das virtuelle Display wirkt, als wäre es 16 Zoll groß und einen Meter vom Kopf entfernt. Das Headset enthält auch noch Kamera und Mikrofon, damit sich Arbeitsgruppen unterwegs miteinander via WiFi-Anbindung koordinieren können und sehen, was der Kollege gerade macht. Der Rechner wird per Spracheingabe gesteuert.

Zum Jahresende will NEC die Auslieferung beginnen. Der Systempreis liegt bei stolzen 5.200 Dollar pro Stück. Im Vergleich zur Industrie-Software ein Klacks, denn für die angepasste Control-Software werden 26.000 Dollar verlangt. 2009 hatte NEC übrigens einen Vorläufer am Start, der allerdings noch schwerer und sperriger war.