Der Weg zum dynamischen Rechenzentrum

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Derzeit verfolgen zwei Drittel der mittelständischen Unternehmen in Europa eine Cloud-Strategie. Auf besonders starkes Interesse stoßen derzeit Private-Cloud-Konzepte, mit der sich die IT-Infrastruktur verschlanken lässt.  Den Weg dahin will NetApp mit seiner FlexPod-Plattform ebnen.

Das Beratungshaus IDC sieht als Top-Ten-Prioritäten für das IT-Management folgende Herauforderungen: Verbesserung der IT-Sicherheit, Verbesserung der Servicequalität (SLAs), Reduzierung der IT-Kosten, Umsetzung von Auflagen, neue Geschäftsprozesse und IT-Konsolidierung. Die Gründe für die mangelnde Umsetzung sieht IDC vor allem in der fehlenden Serviceausrichtung, der Komplexität der Infrastruktur, den Silos und Legacies sowie in internen Herausforderungen wie das Tagesgeschäft und die Mitarbeiter.

»Der Weg dahin funktioniert am besten über Virtualisierung. Die Konvergenz geht in die Richtung der Serviceorientierung. Das nennen wir Business Service Management«, erklärt Eduard Stupening, Director Strategic Consulting bei IDC. Außerdem weist der Berater darauf hin, dass »Storage im Durchschnitt 50 Prozent der Stellfläche im Rechenzentrum ausmacht, ebenso wichtig sind aber auch Skalierung und Hochverfügbarkeit.«

NetApp FlexPod IDC
Die Servicequalität einer konvergenten IT-Architektur ist deutlich höher als in einer Silo-orientierten Infrastruktur.

Schneller Wechsel auf Shared IT-Infrastrukturen

Mit FlexPod for VMware hat NetApp zu Jahresanfang eine anpassbare Plattform für den Wechsel auf Shared IT-Infrastrukturen eingeführt. Das gemeinsam mit VMware entwickelte Serverrack soll Business-Applikationen wie SAP, virtualisierte Infrastrukturen und mandantenfähige Umgebungen mit der Option auf IT-as-a-Service unterstützen. Der Hauptvorteil für den Anwender liegt laut den Herstellern in einem standardisierten und validierten System, das aus Storage, Datenmanagement, Rechenleistung und Netzwerkfähigkeit besteht. Insbesondere das Planen und Bemessen der Ressourcen von der Kapazität bis zur Performance wird für den Anwender flexibler, wodurch sich Anwendungen schneller implementieren und die Kosten sich im Voraus berechnen lassen. Die Netzwerkkomponenten steuert Cisco mit seinen Unified-Computing-Systemen (UCS) bei, also Server für eine höhere Virtualisierung. Das Management der FlexPod-Ressourcen läuft über vCenter von VMware.

Alexander Wallner NetAPP
Alexander Wallner ist Area Vice President Germany bei NetAPP.

Bei einem Pressegespräch erläuterte Alexaner Wallner, Geschäftsführer von NetApp Deutschland, die Zielrichtung der neuen FlexPod-Lösung: »Wir haben schon sehr früh das Thema Virtualisierung verfolgt. Wir sehen in Deutschland einen starken Trend in Richtung Private Clouds, aber auch Public Clouds. ERP-Systeme eignen sich sehr gut, in die Cloud zu geben. Es kommt also eher auf die Anwendungen an als auf die Unternehmensgröße, ob sich eine Cloud-Anwendung für das Unternehmen lohnt. SAP-Anwendungen stellen meist das entscheidene Kriterium für deren Umsetzung«.

Derzeit nutzen laut NetApp über 150 Firmen die NetApp Joint Datacenter Solutions auf Basis einer FlexPod-Architektur. Mit der Erweiterung um den FlexPod Design Guide für SAP-Applikationen erhalten Anwender nun die Möglichkeit, ihre SAP-Anwedung durch eine Serviceautomatisierung in einem Private Cloud-Modell zu betreiben.

Microsoft-Serverlösungen werden unterstützt

Gegenüber Wettbewerbern wie EMC betont NetApp gerne, dass die eigene Virtualisierungsplattform zentral verwaltbar, universell skalierbar und zugleich hoch flexibel sein. In der Basiskonfiguration unterstützt die Plattform die weit verbreiteten Serverlösungen Microsoft Exchange Server, Microsoft Office SharePoint Server und Microsoft SQL Server unterstützt, außerdem gibt es genügend Raum für weitere Workloads und Anwendungen wie Virtual Desktop Infrastructure (VDI) oder Secure Multi-Tenancy, die für die sichere Mandantenfähigkeit sorgen soll.

Für die schnelle Implementierung von FlexPod for VMware kann sich der Anwender Hilfe bei verschiedenen Dokumentationen wie Aufbauanleitungen und Support-Informationen holen. Eine gemeinsame Referenzdokumentation von Cisco, NetApp und VMware zielt darauf ab, Vorgespräche mit den Kunden sowie Evaluierungen oder Berechnungen schon im Vorfeld zu reduzieren und so die Zeit vom Konzept bis zur Inbetriebnahme um einige Wochen zu verkürzen.

Cisco Virtualisierung
Die Rechenzentrums- und Virtualisierungslösungen von Cisco setzen sich aus fünf verschiedenen Komponenten zusammen.

Stellt sich allerdings die Frage, wie ein Unternehmen mehr Effizienz in sein Rechenzentrum bekommen kann »Wir müssen das, was wir im Rechenzentrum produzieren, effizient und sicher zum Anwender bringen«, erklärt Carlo Wolf, Geschäftsführer von Cisco Deutschland. Er sieht die größten Herausforderungen für die IT-Infrastruktur in der Mobilität und Sicherheit. Auf die Frage, warum die Anwender auf die FlexPod-Lösung von NetApp und Cisco setzen sollten, hat Wolf natürlich eine Antwort: »Die Kunden wollen integrierte Stacks und wir haben diesen Bedarf erkannt, den wir jetzt auch bedienen. In der Kombination mit NetApp sind wir stärker. Um die Komplexität für den Kunden zu reduzieren, ist der Ansatz einer Referenzarchitektur genau die richtige Antwort.« Zudem würde FlexPod dem Anwender eine einheitliche Architektur liefern, die auf dem Markt weit verbreitet sei und zugleich das Risiko eindämme.

(Quelle kleines Bild oben: frank peters – Fotolia.com)

Steuerzentrale für die IT-Infrastruktur

Als Steuerzentrale für die flexible Shared IT-Infrastruktur kommt die neue Software NetApp OnCommand zum Einsatz, die vier verschiedene Elemente enthält: Der NetApp OnCommand Unified Manager unterstützt neben regelbasierten Automatismen für Provisionierung, Datensicherung und Service-Monitoring den Aufbau katalogisierter Storage-Dienste. NetApp OnCommand Insight liefert die Serviceanalysen für den Storage und die übrige Infrastruktur, damit der Anwender die Cloud-Dienste selbst optimieren kann. Und das Analysespektrum schließlich umfasst Verbrauchsmessung, Überwachung der Service Level sowie Modellierung und Planung von Performance und Kapazität.

Computacenter Flexpod Netapp
Die Virtualisierungslösung Pro Datacenter von Computacenter basiert auf der FlexPod-Architektur.

Der IT-Dienstleister Computacenter ist einer der ersten Anwenderkunden von FlexPod for VMware und verwendet es für die eigenen Virtualisierungslösungen Pro Datacenter out of the box und Pro FlexPod. Für Tobias Geber-Jauch von Computacenter  ist dabei das entscheidende Kriterium, die Entwicklungszeit zu reduzieren.  »Der IT-Innovationsdruck ist inzwischen stärker als der Kostendruck. Dynamisierung des Rechenzentrums ist dabei ein wichtiges Thema. Die normale Serverauslastung in Unternehmen liegt bei nur zehn Prozent. Für eine Cloud-Strategie ist entscheidend, ob es um Kernprozesse geht oder die Sicherheit eine Rolle spielt.« Durch die Referenzarchitektur und die getestete Umgebung ist der Anwender in der Lage, die erforderlichen Prozesse zu automatisieren.

Implementierung von FlexPod durch Partner

Die Lösung wird seit Kurzem von dem gemeinsam von NetApp und Cisco entwickelten FlexPod Design Guide für SAP-Applikationen erweitert. In Zusammenarbeit mit Microsoft wird ein NetApp Hyper-V Cloud Fast Track mit Cisco angeboten. All dies gibt Partnern ebenso wie Kunden mehr Flexibilität und Auswahl beim Wechsel auf die Cloud. Global tätige wie auch regionale Systemintegratoren profitieren von diesen integrierten Private Cloud-Lösungen und können sie individuell auf die Anforderungen des Kunden zuschneiden.

NetApp FlexPod Gopa IT
SAP Applications Built on FlexPod wird von NetApp- und Cisco-Partner wie zum Beispiel Gopa IT Consultants implementiert.

Einer der ersten Anwenderkunden von FlexPod for VMware ist die  Börse Stuttgart. Der Finanzdienstleister betreibt derzeit 1.000 Intel-Server, mithilfe von Flexpod konnten rund 300 Arbeitsplatz-Rechner virtualisiert werden. Für ein Unternehmen wie die Börse Stuttgart ist die Stabilität und Leistungsfähigkeit der IT-Systeme enorm wichtig, geht es hier um äußerst geschäftskritische Applikationen. Und das vor dem Hintergrund, dass beispielsweise die Anzahl der an der Börse handelbaren Derivate in den letzten Jahren um 30 Prozent zugenommen hat.  Mit der neuen Integrationsplattform lassen sich weitere Geschäftsmodelle der Börse zeitnach einbinden.