Deutschland dominiert die europäische Software-Branche

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Truffle Capital hat zum sechsten Mal seine Liste der wichtigsten Software-Firmen in Europa vorgelegt. Diese wird weiterhin angeführt von SAP, das mit weitem Abstand der wichtigste europäische Software-Anbieter ist. Doch daneben schaffen es noch 15 weitere deutsche Firmen unter die Top 100.

Der europäischen Software-Branche gehe es gut, lautet das Fazit von Truffle, stiegen die Umsätze der Top 100 doch 2010 um 14 Prozent auf 30,9 Milliarden Euro. Die Gewinne kletterten sogar um 56 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar, die Investitionen in Forschung und Entwicklung wuchsen um 15,7 Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar.

Dominiert wird die Branche von deutschen Software-Unternehmen – zuvorderst natürlich SAP, das mit 12,4 Milliarden Euro fast ein Drittel des gesamten Branchenumsatzes beisteuert. Damit ging die Bedeutung des Walldorfer Konzerns allerdings deutlich zurück, denn 2009 war er noch für 40 Prozent des Umsatzes verantwortlich. Andere deutsche Firmen sprangen in die Bresche: mit Software AG und Datev finden sich noch zwei weitere deutsche Anbieter in den Top 5, in den Top 100 tauchen insgesamt 16 deutschen Firmen auf. Nur Großbritannien und Frankreich stellen mit 24 beziehungsweise 18 mehr.

Die Top 10 der europäischen Software-Firmen 2010

Rang Unternehmen Land Umsatz mit Software
01 SAP (DE) 12 336,7 Mio. Euro
02 Dassault Systemes (FR) 1563,8 Mio. Euro
03 Sage (UK) 1542,9 Mio. Euro
04 Software AG (DE) 919,2 Mio. Euro
05 Datev (DE) 684,6 Mio. Euro
06 Autonomy (UK) 657,0 Mio. Euro
07 Asseco (PL) 516,4 Mio. Euro
08 SWIFT (BE) 511,1Mio. Euro
09 Wincor Nixdorf (DE) 461,6 Mio. Euro
10 Misys (UK) 431,2 Mio. Euro

Die deutschen Unternehmen zeichnen für 50,4 Prozent der gesamten europäischen Software-Umsätze verantwortlich. Auf den Plätzen folgen Großbritannien (18,6 Prozent) und Frankreich (11,2 Prozent).

Europa würde zwar eine Zeit wirtschaftlicher Turbulenzen durchmachen, die Software-Branche sei jedoch zuverlässig und stark, analysiert Laurent Calot, CEO der CXP Group. Das sieht Bo Lykkegaard von IDC ähnlich. Den Kauf der britischen Software-Schmiede Autonomy – immerhin die Nummer 6 um Ranking – durch HP. bezeichnet er als Verlust. Er verweist jedoch darauf, dass es auch Übernahmen in der anderen Richtung gäbe, etwa den Kauf von Sybase für 5,8 Milliarden Dollar durch SAP im vergangenen Jahr oder den Kauf von Intergraph durch die schwedische Hexagon für 2,1 Milliarden Dollar in diesem Jahr.

(Quelle kleines Bild oben: Corgarashu – Fotolia.com)