Studie: Tablets auch in Unternehmen auf dem Vormarsch

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Schon fast ein Viertel der deutschen CEOs nutzt ein Tablet, wie eine aktuelle Studie von NetMediaEurope zeigt. Und die Aussichten für die Gerätegattung sind gut: fast zwei Drittel glauben, dass sie in drei Jahren ein Tablet nutzen werden. Einige wollen dafür sogar auf Notebook und Smartphone verzichten.

Im Rahmen einer Studie (per Mail anfordern) befragte NetMediaEurope in fünf europäischen Ländern 750 CEOs, IT-Entscheider und Abteilungsleiter in kleinen und großen Unternehmen zum Einsatz von Mobilgeräten. Das Ergebnis: die Durchdringung mit Mobilgeräten ist hoch, vor allem Smartphones haben sich auf breiter Front durchgesetzt und einfache Handys weitgehend verdrängt.

Während im europäischen Durchschnitt allerdings 78 Prozent der CEOs ein Smartphone nutzen, sind es in Deutschland nur 68 Prozent. Dafür sind die hiesigen Unternehmenslenker häufiger im Besitz eines Subnotebooks oder eines Netbooks als ihre europäischen Kollegen, und auch beim Einsatz von Tablets werden sie nur von spanischen CEOs übertroffen.

24 Prozent der deutschen CEOs haben bereits ein Tablet im Einsatz. Damit hängen sie das restliche Management in ihren Firmen klar ab: nur 9 Prozent der IT-Entscheider und 11 Prozent der Abteilungsleiter nutzen ein Tablet.

Apple dominiert bei Tablets, jedoch nicht bei Smartphones

Die Tablets stammen zumeist von Apple, das Unternehmen stellt mehr als 50 Prozent der Geräte in Unternehmen. Der ärgste Verfolger heißt Samsung, liegt aber mit einem Anteil unter 10 Prozent weit zurück.

Härter ist dagegen der Konkurrenzkampf bei den Smartphones, wo Apple und RiM nahezu gleichauf sind. In der Gunst von CEOs liegt das iPhone vorn (35 Prozent), bei IT-Entscheidern und anderen Abteilungsleitern dagegen Blackberrys (32 bzw. 31 Prozent). Das Verfolgerfeld wird von HTC angeführt.

Noch ausgeglichener ist das Bild, wenn man die Plattformen der Smartphones betrachtet. Hier dominiert iOS zwar bei den CEOs, weil diese gern auf Apple-Produkte setzen. Im übrigen Management liegen iOS und Android fast gleichauf und nur wenige Prozentpunkte hinter Blackberry.

Tablets ersetzen andere Mobilgeräte

Rund die Hälfte der Umfrageteilnehmer ist der Meinung, dass sich durch Tablets ihre Produktivität erhöht und sie besser und schneller auf Anfragen reagieren können. Immerhin ein Drittel hält es für möglich, dass ein Tablet früher oder später ihr Notebook ablöst – deutlich mehr betrachten das Tablet jedoch eher als Ergänzung, die sie leicht mitnehmen können, während das Notebook auf dem Schreibtisch bleibt.
Größer ist die Gefahr, durch ein Tablet ersetzt zu werden, für Subnotebooks und Netbooks, weil sie in einer ähnlichen Größen- und Gewichtsklasse spielen. So besitzen zwar derzeit 37 Prozent der CEOs ein Subnotebook oder ein Netbook, doch nur 20 Prozent glauben, dass das in drei Jahren noch der Fall ist. 63 Prozent gehen davon aus, dass sie dann ein Tablet nutzen.

Interessant: Offenbar gehen auch einige Nutzer davon aus, dass sie dank Tablet künftig auf ein Smartphone verzichten können, denn der Anteil der Befragten, der glaubt, in drei Jahren noch ein Smartphone zu besitzen, liegt 12 Prozent unter dem Anteil der Nutzer, die aktuell ein Smartphone ihr Eigen nennen.

(Quelle kleines Bild oben: Thomas Jansa – Fotolia.com)

Mobilgeräte für Mails, Termine, Internet

Ihre Mobilgeräte nutzen die Anwender vor allem für Mails und Termine, aber auch um ins Internet zu gelangen. Schon die Nutzung von Office-Anwendungen kommt nur noch bei etwa 40 Prozent der Befragten vor, andere Anwendungen wie Social Networks oder CRM werden sehr selten genutzt. Immerhin knapp ein Fünftel telefoniert aber auch via VoIP.

Die meisten Anwender sehen den Einsatz von Mobilgeräten vor allem positiv. Zwei Drittel schätzen die gestiegene Flexibilität und Produktivität, über 40 Prozent finden, dass sie eine bessere Balance zwischen Arbeit und Privatleben finden. Nur 12 Prozent sind dagegen der Meinung, Smartphone & Co. würden genau diese Balance zerstören. Ähnlich hoch ist der Anteil der Befragten, die Mobilgeräte in Besprechungen als Belastung empfinden und fürchten, sie könnten Teamstrukturen auflösen.

Die IT-Entscheider treibt zudem noch eine andere Sorge – die um die Sicherheit. Besonders ausgeprägt sind die Sicherheitsbedenken bei deutschen IT-Managern (43 Prozent), sehr gering dagegen in Italien (13 Prozent). Dazu passt, dass der Einsatz von privaten Geräten in der Firma – bekannt als »Bring your own Device« oder kurz »BYOD« – nur bei 21 Prozent der deutschen Befragten gestattet ist, aber bei 76 Prozent der Spanier.

Deutschland bei Telearbeit zurück

Nur 22 Prozent der Befragten aus Deutschland gab an, dass ihr Unternehmen seine Mitarbeiter zur Telearbeit ermuntert. Erlaubt ist sie bei 47 Prozent, womit Deutschland hinter anderen europäischen Ländern zurückhängt. Zum Vergleich: in Frankreich ist Telearbeit bei 78 Prozent gestattet, in Großbritannien bei 72 Prozent.

 

Die gesamte Studie können Sie per Mail an leserservice@netmediaeurope.com anfordern.