»Unter com.de sind noch viele Begriffe frei«

Die neue Zweitlevel-Domain com.de soll Platz schaffen für die Absicherung vieler allgemeiner Suchbegriffe, die unter .de nicht mehr erhältlich sind. Ausgerechnet auf der Konferenz zu neuen Toplevel-Domains  trafen wir CentralNIC-CEO Ben Crawford, der auch noch mit kurzen Secondlevel-Domains für  Neuerungen im »alten« Domain-Name-System sorgt.

von Manfred Kohlen 0

ITespresso.de: Wie kommen Sie dazu, Drittlevel-Domains über Registrare zu verkaufen, die sie wie Domains einer höheren Klasse vermarkten?

Ben Crawford: Wir hatten schon 1995 angefangen mit dem Domain-Business, damals mit der Zweitleveldomain uk.com. Wir hatten damals nur einen Konkurrenten, der .co.uk billiger angeboten hatte, das sich dann durchsetzte. Wir haben schließlich begonnen, Third Level Domains in der ganzen Welt zu vermarkten – dazu betreiben wir die erfolgreich die Secondlevel-Domains uk.com und jetzt eben auch neu com.de – wir haben DENIC sehr früh über diese Pläne informiert. Man erhält so dann auch wieder generische Begriffe als Domain, die man unter .de, unter .com oder .net nicht mehr bekommen würde. Es sind noch viele Begriffe frei.

ITespresso.de: Und wie gehen Sie mit Markenzeichenproblemen um, wenn etwa jemand BMW.com.de bucht?

Crawford: Wir haben haben sehr harte Bedingungen bezüglich Markenzeichen. Und wenn dann tatsächlich ein Problem auftaucht, können wir sehr schnell diese Drittlevel-Domain löschen – ein langes Prozedere wie bei den anderen Domains mit Einspruch bei der WIPO ist hier nicht mehr nötig.

ITespresso.de: Wie bekomme ich eine com.de Domain?

Crawford: Sie bestellen bei irgendeinem Registrar – wir haben schon viele Wiederverkäufer. Zur Zeit läuft eine Aktion für Inhaber von .de-domains, die jetzt die passenden com.de-Adressen anmelden möchten.

ITespresso.de: Wir sind hier auf einer Veranstaltung, die eigentlich neue Top Level Domains betrifft – und Sie legen hier noch mehr unter den alten Domains in den tieferen Levels an.

Crawford: Ja, aber wir haben die Technik und viel Erfahrung, und so können wir auch neue gTLDs für die Bewerber betreiben. Wir verkaufen also auch neue Domains. Die gTLDs sind wie eine Zertifizierung, dass da etwas Echtes dahintersteht.

Für Manche macht es Sinn die neuen TLDs zu betreiben, MTV hat zum Beispiel über 1000 Domains in verschiedenen Ländern und käme leicht in Konflikt mi irgendwelchen Nachahmern, die das Markenzeichen missbrauchen könnten – die neue gTLD gäbe Kontrolle zurück: Offizielle Partner bekämen dann nur bei MTV selbst eine Subdomain. Und sie wären auch gut für Brachen wie Pharma-Industrie und Banken. Die Suchalgorithem in den Suchmaschinen stellen bei klaren Toplevel-Domains diese in den Vordergrund wie jetzt .edu und .com.

ITespresso.de: Ist ein com.de wegen der »com« dann weiter oben in den Suchergebnissen?

Crawford: Ich weiß nicht, wie Google seine Suchalgorithmen verändern wird, aber sie haben bereits ein Patent für die Suche in TLDs angemeldet.

ITespresso.de: Zurück zu Ihrem Hauptgeschäft: Was köcheln sie nach com.de noch so aus?

Crawford: Die Neuesten sind us.org und jp.net Für Letzteres haben wir schon sehr viele Wiederverkäufer gewonnen. Und wir erwarten, noch viele neue Domains zu starten.

ITespresso.de: Danke für das Gespräch.

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