Apotheker-Abgang bei HP wegen möglicher Übernahme durch Oracle

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Einem Bericht der Financial Times Deutschland zufolge hat bei der Ablösung von Léo Apotheker an der Spitze von HP auch eine Rolle gespielt, dass Oralce wegen des niedrigen HP-Aktienkurses ein Übernahmeangebot hätte unterbreiten können.

Nach nicht mal einem Jahr im Amt musste Léo Apotheker vor knapp zwei Wochen bei HP gehen und wurde durch die frühere eBay-Chefin Meg Whitman ersetzt. Bei HP war man unzufrieden mit der Arbeit und den Entscheidungen Apothekers – und sorgte sich auch um eine Übernahme durch Oracle, wie jetzt die FTD berichtet.

Während Apothekers Zeit bei HP brach der Börsenkurs des IT-Konzerns um fast 50 Prozent ein, zuletzt beschleunigt durch den angedachten Abschied vom PC-Geschäft und die teure Übernahme des Software-Herstellers Autonomy. Für Analysten wurde HP damit zu einem Übernahmekandidaten für potente Investoren, wozu auch Oracle zählt, das über Bar-Reserven von fast 32 Milliarden Dollar verfügt.

Wie die FTD von zwei Quellen aus dem Umfeld des HP-Boards erfahren hat, gab es die Befürchtung, Oracle könnte bei einem weiteren Kursverfall zuschlagen. Und tatsächlich gab es Überlegungen, ein Angebot zu unterbreiten, so die Quellen der FTD, kurzfristig sei das jedoch unwahrscheinlich. Offiziell heißt es bei Oracle, man habe kein Interesse an HP und könne sich lediglich eine Übernahme des Server-, Storage- und Netzwerkgeschäfts vorstellen.