Avaya will Geschäftsleute zu virtuellen Meetings in 3D-Umgebungen versammeln

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Auf einer Veranstaltung in München präsentierte Avaya mit web.alive eine neue Kollaborationsplattform, bei der sich die Nutzer zu Besprechungen, Schulungen, Workshops und Konferenzen mit Avataren in virtuellen Räumlichkeiten versammeln und dort wie an realen Orten interagieren sollen.

Avaya bietet web.alive als Cloud-Service an, der sich für 49 Euro pro Monat und Nutzer buchen lässt, aber auch zur Installation auf eigenen Servern. Die Kunden erhalten eine anpassbare 3D-Umgebung, in der sie Veranstaltungen abhalten können – alles ist den Räumlichkeiten und Arbeitsmitteln in der realen Welt nachempfunden, so dass man sich schnell zurecht findet. Der Nutzer steuert seinen Avatar wie von Spielen bekannt mit den Tasten ASDW und kann verschiedene Interaktionen wie Händeschütteln, Nicken, Kopfschütteln und Klatschen durchführen. Abgesehen davon kommuniziert man mit dem Gegenüber per Headset, wobei Avaya per 3D-Audio sogar dafür sorgt, dass man hört, wo der Sprecher steht.

In den virtuellen Konferenz- und Versammlungsräumen kann beispielsweise ein Sprecher an ein Mikrofon treten und ist dann für alle Teilnehmer hörbar. Eine Präsentation kann er auf virtuellen Leinwänden ebenso anzeigen wie seinen Desktop, um etwa die Arbeit mit einem bestimmten Tool zu demonstrieren. Zudem lassen sich von Telefonen in den virtuellen Räumen normale Telefongespräche führen, um etwa Kollegen einzubeziehen, die nicht am Rechner sitzen und so nicht in der virtuellen Umgebung vor Ort sein können.

Optisch erinnert web.alive an Second Life, ist jedoch nicht annährend so weitläufig und darum leichter zu überblicken. Zudem steht der Business-Nutzen klar im Vordergrund, sprich: der Austausch von Informationen mit Kollegen, Partnern und Kunden.

Avaya bietet verschiedene Vorlagen, mit denen sich die virtuellen Umgebungen den eigenen Wünschen anpassen lassen. Zudem gibt es ein SDK, mit dem Unternehmen eigene Inhalte erstellen können. Bei einigen Avaya-Partnern ist web.alive bereits im Einsatz, etwa Lenovo, das die Technik nutzt, um seine Notebooks in einem virtuellen Showroom zu präsentieren. Auch Avaya selbst setzt web.alive natürlich ein – laut Deutschlandchef Markus Härtner habe man bereits Meetings mit 180 Teilnehmern abgehalten. In Tests seien auch schon 250 Teilnehmer an einem virtuellen Ort gewesen.

Mit web.alive will Avaya dem Wandel in vielen Firmen Rechnung tragen, die aus wirtschaftlichen Erwägungen nicht nur versuchen, die Kosten von Dienstreisen zu senken, sondern in denen auch eine neue Generation von Mitarbeitern tätig ist, die mit Internet, Mobilgeräten, sozialen Netzwerken und virtuellen Welten groß geworden ist.