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Test: Memup Slidepad mit 7 und 10 Zoll

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Der französische Hersteller Memup will gleich mit 3 Geräten am Tablet-Hype teilhaben. Mit 7-, 8 und 10,1-Zoll Touchscreen zum günstigen Preis will der Hersteller den deutschen Markt erobern. Was sie leisten, haben wir uns genauer angesehen.

Gleich zwei der drei Geräte von Memup trafen bei itespresso.de zum Test ein. Neben dem kleinen 7-Zoll-Gerät ist auch das größere Modell mit einem 10,1-Zoll-Display in diesem Test dabei. Das 8-Zoll-Gerät im 4:3-Format wurde nicht getestet.

Beide Tablets nutzen das Betriebssystem Android 2.2 (Froyo) und sind mit einem berührungsempfindlichen Display im 16:9 Format ausgestattet – nur das 10,1-Zoll-Gerät IT mit einem kapazitiven Bildschirm augestattet, in das 7- und beim 8-Zoll Gerät integrierte der Hersteller lediglich einen resistiven Bildschirm.

Die Bauart ist bei allen Geräten identisch, Unterschiede sind lediglich in der Größe zu finden. Die Abmessungen des 7-Zöllers betragen 121 x 191 x 14 mm, beim 10,1 Zoll Slidepad sind es 164 x 266 x 16 mm. Auch im Gewicht unterscheiden sich die beiden: Das kleinere Gerät bringt  gerade mal 390 Gramm auf die Waage, beim Großen sind es fast doppelt so viele (768 Gramm).

Auf der Vorderseite der Gehäuse, welche aus silbergrauem Kunststoff gefertigt wurden, sind fünf Bedienelemente vorzufinden, die bei Berührung kurz aufleuchten. Die Lautstärke lässt sich über eine seitlich angebrachte »Soundwippe« regeln. Auf der Oberkante ist der Einschaltknopf zu finden. Zentral über den jeweiligen Touchscreens ist eine 0,3 Megapixel-Webcam angebracht, die Fotos und Videoclips aufnehmen kann.

Hardware
Im Inneren der beiden Slidepads arbeiten unterschiedliche ARM-Prozessoren. Kommt beim 7-Zoll ein Telechip TCC8902 mit 800 MHz zum Einsatz, so ist es beim 10-Zöller ein Samsung S5PV210 mit 1000 MHz. Auch beim Speicher gibt es Unterschiede: Sind beim kleinen Tablet nur 4 GByte Fest- und 256 MByte Arbeitsspeicher vorhanden, spendierte Memup dem Großen gleich doppelt so viel: 8 GByte Fest- und 512 Mbyte Arbeitsspeicher. Der Festspeicher lässt sich bei beiden Tablets per microSD-Karte erweitern. Im Slidepad 7 sind bis zu 16 GByte möglich, beim 10,1-Zoll-Tablet sogar bis zu 32 GByte.

Auch bei den Anschlüssen sind beide Tablets identisch: Auf der rechten Seite sind jeweils ein Mini-HDMI-Anschluss, eine Mini-USB-Buchse, ein Kopfhöreranschluss und der Slot für die Micro-SD-Karte angeordnet. Außerdem sind der Eingang des Ladeadapters und ein tief liegender Resetknopf integriert.

Für die Connectivity besitzen die Slidepads nur ein Wireless-LAN nach IEEE 802.11 b/g-Standard, bieten jedoch keine Bluetooth- oder GPS-Unterstützung. Zudem fehlt eine Erweiterung auf 3G-Funktionalität.
Bildergalerie Memup Slidepads:


Funktionen / Bedienung
Die Bedienung des Pads erfolgt fast ausschließlich über den Touchscreen. Die berührungsempfindliche Oberfläche reagiert auf Fingereingaben des Anwenders. Die beiden Bildschirme reagierten unterschiedlich auf die Eingaben. Beim kapazitiven (Slidepad 10) Touchscreen war keine fühlbare Verzögerung wahrnehmbar. Das resistive Touchpad des Slidepad 7 reagierte jedoch nicht immer auf die ersten Berührungen. Bei Verwendung des Eingabestiftes lag die Treffergenauigkeit höher und die Eingaben wurden dann auch beim ersten Mal erkannt. Sind Texteingaben notwendig, blendet sich eine virtuelle Tastatur ein, die jedoch keine Swipe-Unterstützung anbietet. Wer diese Funktion dennoch nutzen will, muss sich eine alternative Tastatur aus dem Appstore laden. Eine sprachgesteuerte Eingabe wird ebenfalls nicht unterstützt.

Neben dem Touchscreen befinden sich – wenn man das Pad quer hält – einige Bedienelemente, die zeitweise hintergrundbeleuchtet sind. Die Art der Tasten ist gewöhnungsbedürftig, denn hier kocht Memup ein eigenes Süppchen. Die oberste Taste blendet im Webbrowser die Google-Suchseite ein, die zweite Taste dient ruft den jeweils vorherigen Bildschirm auf.  Über die Taste in der Mitte gelangt man aus jeder App wieder zurück auf den Hauptbildschirm des Tablets. Hinter der Taste mit der Bezeichnung „M“ werden die Optionen der einzelnen Apps aufgerufen. Mit der Taste „B“ wird der Web-Browser aufgerufen. Die Lage der Tasten ist etwas schlecht gelöst, denn wenn man das große Tablet mit der rechten Hand hält kommt man schnell mit einer der seitlichen Tasten in Berührung. Für Linkshänder, die den Touchscreen mit der linken Hand bedienen ist dies sicherlich ein Handicap.

Bedienen lassen sich die Tablets im Quer- oder Hochkantformat. Hierbei richtet sich der Inhalt jeweils automatisch an der Lade des Slidepads aus. Diese Funktionen lässt sich jedoch auch in den Settings deaktivieren.

Applikationen
Im Auslieferzustand sind auf den Slidepads verschiedene Apps vorinstalliert. Hierzu zählen ein Web-Browser, ein Video- und Musik-Player und ein E-Mail-Client. Außerdem sind vorinstalliert: AldiKoTM, eReader, Document Viewer, Kalender, ein Wecker und ein Taschenrechner. Ein Zugang zu einem Appstore ist nicht vorinstalliert. Der integrierte E-Mail-Client kann E-Mail-Konten vom Typ POP3, IMAP oder Exchange verknüpfen und bietet alle Grundfunktionen, die zum Lesen und Schreiben von Emails nötig sind. Alternative E-Mail-Apps lassen sich auf den Slidepads installieren.

Auch für eine Wiedergabe von multimedialem Material wie Fotos, Musik und Video lassen sich die Tablets von Memup verwenden. Unterstützt werden hochauflösende Videos bis 1080p in den Formaten H.264, MPEG-4, DivX/Xvid 4/5/6. Bei Bildern unterstützen die Tablets die Formate JPEG, GIF, PNG und BMP. Über den jeweiligen HDMI-Port lässt sich das Video auch auf externen Displays wiedergeben.

Akkulaufzeit / Benchmarks
Die Akkulaufzeiten der Slidepads sind sehr bescheiden. Hielt das Slidepad 10 gerademal  185 Minuten beim Surfen im Internet durch, waren es beim kleineren Gerät 255 Minuten. Wird unterwegs kein WLAN genutzt, hält der Akku bei beiden Slidepads gut 45 Minten länger. Das Aufladen der Slidepads ist ein Geduldsspiel. Bei Aufladen des Akkus ist der der Vorgang erst nach 120 Minuten zu 90 Prozent abgeschlossen. Nach erneuten 120 Minuten sind dann erst die restlichen 10 Prozent erreicht.

Beide Tablets von Memup gehören nicht zu den Schnellsten.  Das zeigen nicht nur die verschiedenen Benchmark-Ergebisse sondern auch der tägliche Einsatz. Die verwendeten Prozessoren liegen auf dem Niveau des ZMS-08, der im Ziio von Creative zum Einsatz kommt. Der Benchmark Quadrant von Aurora Softworks, der sonst auf allen Tablets durchlief, stürzte ständig ab. Diese Phänomene konnten wir auf beiden Slidepads auch nach mehrmaligem Zurücksetzten auf die Werkseinstellungen beobachten. Eine neue Firmware, die eventuell das Problem beheben könnte, wird von Memup nicht angeboten.

Benchmark-Werte: 7 Zoll / 10 ZollSunspider: 19428 / 5905
Google V8: 67,6 / 245
Browsermark: 8888 / 32509
Quandrant (Standard): Absturz / Absturz
Smartbench 2011: 292 / 271 (Productivity), 353/ 821 (Game Index)
Linpack Pro: 7952 / 13552

Akkulaufzeit: 7 / 10 Zoll
Slidepad 7-Zoll Surfen: 255 Minuten ( maximale Helligkeit, WLAN on)
Slidepad 10-Zoll Surfen: 185 Minuten ( maximale Helligkeit, WLAN on)

Zubehör / Garantie / Hotline
Zum Lieferumfang des Slidepads gehören neben dem Ladegerät auch ein HDMI- und USB-Kabel, ein ausführliches Handbuch und ein Reinigungstuch. Zum Slidepad 7 gehört auch ein Eingabestift, der die Eingabe beim resistiven Bildschirm erleichtern soll. Die Garantiezeiten entsprechen bei beiden Tablets den gesetzlichen Vorgaben, also 24 Monate. Eine telefonische Hotline stellt Memup derzeit keine. Supportanfragen sind nur im Support Center per Web-Formular möglich.

Fazit
Den Kampf um Marktanteile wird für Memup sehr schwer, denn die beiden Slidepads sind eindeutig zu langsam. Auch die Akkulaufzeiten der Tablets konnten im Test nicht gerade überzeugen. Reagierte der kapazitive Touchscreen beim Slidepad 10 unmittelbar nach Berührung, mussten wir beim Slidepad 7 schon stärker aufdrücken, um eine Reaktion zu bekommen.
Die vorinstallierten Apps sowie auch von uns nachinstallierte Programme liefen – bis auf den Quadrant-Benchmark – ohne Probleme. Selbst die Wiedergabe von HD-Videos war flüssig und lief ohne sichtbaren Aussetzer.
Die Gesamtnote »Befriedigend« wurde von beiden Geräten nur knapp erreicht. Preislich gesehen liegen beide Slidepads im unteren Bereich und bieten deutlich mehr als manche billige asiatische Mitbewerber.

Slidepad 7 Zoll, Slidepad 10 Zoll
Hersteller: Memup
Internet: www.memup.de
Kontakt zur Hotline: nur via Web-Formular
Preis: Slidepad 7“: 111 Euro, Slidepad 10“: 215 Euro
Technische Daten Slidepad 7 Zoll
Note: befriedigend
Akku-Laufzeit (20%): befriedigend
Leistung (15%): befriedigend
Bedienung (15%): befriedigend
Ergonomie (10%): gut
Ausstattung (20%): befriedigend
Funktionen (15%): befriedigend
Service (5%): ausreichend

Technische Daten Slidepad 7:
OS: Android 2.2.1 (Froyo)
Display: 7 Zoll resistiver Touchscreen, 800 x 400, 16:9
CPU: Telechip TCC8902 – ARM1176, 800 MHz
RAM: 256 MByte
Speicher: 4 GByte, erweiterbar durch Micro-SD-Karte (max 16 GByte)
Abmessungen: 121 x 191 x 14 mm
Gewicht: 390 Gramm
Anschlüsse: 1 x USB 2.0, 1 x 3,5-mm-Buchse, 1 x Mini-HDMI
Connectivity: Wi-Fi (IEEE 802.11b/g)
Webcam: 0.3 Megapixel
Bedienelemente: je 1 x Laut / Leise, je 1 x Suche,  Zurück, Home, Browser, Optionen
Preis: 111 Euro

Technische Daten Slidepad 10
OS: Android 2.2 (Froyo)
Display: 10 Zoll kapazitiver Touchscreen, 1024 x 600, 16:9
CPU: SAMSUNG S5PV210 – Cortex A8, 1000 MHz
RAM: 512 MByte
Speicher: 8 GByte, erweiterbar durch Micro-SD-Karte (max 32 GByte)
Abmessungen: 164 x 266 x 16 mm
Gewicht: 768 Gramm
Anschlüsse: 1 x USB 2.0, 1 x 3,5-mm-Buchse, 1 x Mini-HDMI
Connectivity: Wi-Fi (IEEE 802.11b/g)
Webcam: 0.3 Megapixel
Bedienelemente: je 1 x Laut / Leise, je 1 x Suche,  Zurück, Home, Browser, Optionen
Preis: 215 Euro

Hardware:

Benchmarks:

Oberflächen und Applikationen: