HP trennt sich von Léo Apotheker und holt Meg Whitman

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Nicht mal ein Jahr nach seinem Amtsantritt muss Léo Apotheker bei HP gehen und wird durch die frühere eBay-Chefin Meg Whitman ersetzt. Die muss nun dafür sorgen, dass bei HP wieder Ruhe einkehrt, nachdem der Konzern zuletzt ein ziemlich chaotisches Bild abgegeben hatte.

Offiziell heißt es bei HP, Léo Apotheker sei von seinem Posten als CEO zurückgetreten, doch es dürfte sich eher um einen Rauswurf handeln. Denn in der nicht mal ein Jahr andauernden Amtszeit Apothekers verlor das Unternehmen fast die Hälfte seines Börsenwerts und machte zuletzt vor allem durch überraschende Entscheidungen von sich Reden. Das ambitioniert gestartete Geschäft mit Smartphones und Tablets stellte man ein und wollte den Konzern vom Hardware- zum Software-Hersteller umbauen. Der Verkauf der PC-Sparte scheint zwar mittlerweile vom Tisch, da sie wohl nur ausgelagert werden soll, doch die angestrebte Übernahme des Software-Anbieters Autonomy erscheint vielen Aktionären überteuert. Die ließen denn auch in den vergangenen zwei Tagen den Aktienkurs wieder steigen, nachdem bekannt wurde, dass der Aufsichtsrat über eine Ablösung Apothekers nachdenkt.

Die ist nun vollzogen und der frisch zum Executive Chairman beförderte Ray Lane voll des Lobes über Apothekers Nachfolgerin Meg Whitman. Man sei glücklich, jemanden von ihrem Kaliber und mit ihrer Erfahrung geholt zu haben, sagte er. HP stehe an einem kritischen Punkt und brauche ein neue Führung, um die geplante Strategie umzusetzen. Whitman sei eine Visionärin mit großer Führungsstärke. Lane dankte Apotheker für sein Engagement, deutete aber auch an, warum es mit dem Deutschen an der Unternehmensspitze nicht klappte: »Der Aufsichtsrat glaubt, dass der Job des HP-CEOs jetzt zusätzliche Eigenschaften erfordert, um die Strategie des Unternehmens umzusetzen. Meg Whitman hat die benötigten operativen und kommunikativen Fähigkeiten und Führungsqualitäten.«

Immerhin finanziell hat sich für Apotheker das Gastspiel bei HP mit 35 Millionen Dollar gelohnt. Laut Wall Street Journal schlüsselt sich die Summe wie folgt auf: neben 1,1 Millionen Dollar Gehalt erhielt Apotheker bei Amtsantritt einen Signing-Bonus von 4 Millionen Dollar und einen Umzugsbonus von 4,6 Millionen Dollar. Zudem stehe ihm eine Abfindung von 7,2 Millionen Dollar zu und sein Aktienpaket sei etwa 18,8 Millionen Dollar wert.

(Quelle kleines Bild oben: Max Morse – Wikipedia Commons)