Niederlage für Samsung: Galaxy Tab 10.1 darf in Deutschland nicht verkauft werden

Das Landgericht Düsseldorf schloss sich der Auffassung von Apple an, dass das Galaxy Tab 10.1 optisch dem iPad nachempfunden ist. Es darf daher in Deutschland auch weiterhin nicht verkauft werden.

von Daniel Dubsky 2

Der Vergleich von Galaxy Tab und iPad zeige, dass der Gesamteindruck beider Geräte übereinstimme, sagte die Vorsitzende Richterin Johanna Brückner-Hofmann bei der Urteilsverkündung. Das gelte vor allem für die minimalistische Gestaltung mit glatten Flächen, abgerundeten Ecken und dem schmalen Rahmen um das Display. Produkte von Konkurrenten wie Toshiba und Asus hätten gezeigt, dass es durchaus andere Gestaltungsmöglichkeiten gebe.

Damit wurde der Widerspruch von Samsung gegen eine einstweilige Verfügung von Apple abgeschmettert. Die deutsche Samsung-Tochter darf das Galaxy Tab 10.1 in der gesamten EU nicht vertreiben, der koreanische Mutterkonzern nicht in Deutschland.

Einige Händler haben das Tablet, das seit einigen Wochen in Deutschland verkauft wird, noch im Angebot, da sie vor der einstweiligen Verfügung von Apple gegen Samsung beliefert wurden. Wenn die Bestände verkauft sind, dürfte es hierzulande aber schwierig werden, das Gerät zu erwerben.

Das zeigt, dass die Verfügung von Apple recht spät kam. Dass kalifornische Unternehmen argumentierte, man habe erst nach einem Artikel in der Zeitschrift Chip sicher gewusst, wie die für den deutschen Markt bestimmte Version des Galaxy Tab 10.1 aussehen würde. Bei früher über die Samsung-Website zugänglichen Abbildungen hätte man nicht sicher sein können, dass sie tatsächlich das Produkt für den deutschen Markt zeigen. Das Gericht sah dies genauso und erteilte Samsung eine Abfuhr, dass der Meinung war, die für eine einstweilige Verfügung notwendige Dringlichkeit sei nicht gegeben, da Apple schon viel früher eine Verfügung hätte erwirken können.

Bildergalerie Galaxy Tab 10.1

Bildergalerie iPad 2

Da das auf der IFA vorgestellte Galaxy Tab 7.7 seinem großen Bruder 10.1 ähnelt und damit auch dem iPad, hatte Apple dieses Tablet ebenfalls per Verfügung gestoppt. Samsung musste es vom IFA-Stand entfernen, so dass nun unklar bleibt, wann und ob es auf den deutschen Markt kommt.

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2 Antworten zu Niederlage für Samsung: Galaxy Tab 10.1 darf in Deutschland nicht verkauft werden

  • 12. September 2011 à 13:32 von Ralf

    “Tolle” Entscheidung! Hat schon mal jemand an die Kunden gedacht. Es gibt sicher auch User die nicht unbedingt ein iPad 2 mit zugehörigen OS wollen. Meiner Meinung nach recht kleinlich und am Markt vorbei entschieden.

  • 12. September 2011 à 13:41 von Don Pedro

    Ich bezweifle die technische Kompetenz und das IT-Wissen der Richter. Letztendlich einen Schweinerei. Ist das die neue Wirtschaftsordnung? Als Samsung würde ich alle Lieferungen an Apple einstellen. Kann auch nicht teurer sein als der Nichtverkaufsverlust. Für Apple ein enormer Imageschaden.

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