Googles Rechenzentren geben Stromverbrauch bekannt

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Am Donnerstag gab Google bekannt, weiterhin so viel Strom zu verbrauchen wie 200.000 Haushalte benötigen würden. Dennoch mache man den Planeten etwas grüner. Umweltschützer sind da nicht unbedingt der gleichen Meinung.

Google führt endlich näher aus, wie man denn Energie in seinen Rechenzentren nutze – und spare.  Lange Zeit verschwieg der Internet-Riese, was genau in seinen Datenzentren passiert und wie man Energie spare. Nach der Bekanntgabe fasste die New York Times die Angaben in einem langen Artikel zusammen und befragte den einen oder anderen Energie-Experten dazu.

Ergebnis: Obwohl Google stetig 260 Millionen Watt – ein Viertel eines Atomkraftwerks  – verbrauche, gehöre das Unternehmen eigenen Worten zufolge dennoch zu den größten Energiesparern. Ob das so stimmt?

Wenn auch die Verbrauchszahlen sehr hoch seien, solle man doch sehen, dass die Leute durch die Online-Nutzung von Google zum Beispiel nicht mehr zur Bücherei fahren  würden, habe Googles Vice President für technische Infrastruktur Urs Hoelzle in einem Interview erklärt. Bei über einer Milliarde Suchanfragen pro Tag und vielen Downloads, Videoseiten-Aufrufen und anderen Abfragen läppere sich dies ganz ordentlich zusammen. Der Energieverbrauch pro Google-Nutzer ergebe aber gerade mal 180 Wattstunden pro Monat – so viel, wie eine 60-Watt-Glühbirne in drei Stunden verbrauche. Das betreffe summiert alle Google-Rechenzentren weltweit.

Mit Wasserkühlung durch das Meer im finnischen Rechenzentrum, mit wenig Kohlendioxid-Emissionen und unter 0,3 Wattstunden Energieverbrauch pro Suche versucht Google zu punkten.

Der Konzern hatte die Zahlen jahrelang geheimgehalten und wurde nun von Vielen dafür gelobt, sie endlich bekanntgegeben zu haben – Google wurde über die Jahre des Öfteren als Umweltzerstörer genannt. Ein Wisssenschaftler eines Naturschutzbundes in San Francisco erklärte der New York Times, es handle sich dennoch um Bauernfängerei: Der Energieverbrauch aller PCs, Tablets und Smartphones, die Google aufrufen, würden hier nicht in Betracht gezogen: »Wenn wir den Google-Suchknopf drücken, ist das nicht kostenfrei«.

 

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