Studie: E-Recruiting wird immer wichtiger

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Der Trend zu E-Recruiting verstärkt sich. Vor allem Jobbörsen werden für die Anwerbung neuer Mitarbeiter genutzt. Nur Topmanager finden den neuen Job vielfach noch ohne Internet-Kontakte.

Gute Leute zu finden ist schwer. Oder, um es im Human-Ressources-Jargon zu sagen: Top-Performer für Schlüsselpositionen in Unternehmen zu rekrutieren, ist eine Herausforderung. Das hat jetzt gerade wieder die Managementberatung Kienbaum herausgefunden.

Dabei stehen die Unternehmen derzeit offenbar so unter Wettbewerbsdruck, dass 47 Prozent der Personalverantwortlichen die höchste Priorität darauf setzen, wichtige Positionen in der Firma mit Top-Performern zu besetzen. Für 40 Prozent sind aber auch die Aspekte Führungsqualität und Talent-Management sehr wichtig.

Doch wie findet man die guten Leute am schnellsten? Dazu hat nun der Bundesverband digitale Wirtschaft (BVDW) eine Umfrage gestartet.

96 Prozent für Fachkräfte

Offensichtlich setzen immer mehr Personaler in deutschen Unternehmen auf E-Recruiting. 89 Prozent suchen neue Mitarbeiter übers Internet. Vor allem Fachkräfte werden auf diese Weise rekrutiert. Bei diesen steigt die Bedeutung von E-Recruiting in Zukunft sogar auf 96 Prozent.

Ein Hauptvorteil der Jobanbahnung übers Internet ist vor allem dessen schnelle Reaktionszeit. Niedrige Kosten, etwa weil auf den Rückversand von Bewerbungsmappen verzichtet werden kann, spielen keine so große Rolle. Die Unternehmen nutzen in erster Linie ihre eigene Webseite, um freie Stellen anzubieten.

Außerdem sind die Personalexperten in Business-Netzwerken und anderen sozialen Netzwerken unterwegs. Manche Unternehmen installieren eigene Karrierecenter in den sozialen Netzwerken und können von da mit den potenziellen Kandidaten in Kontakt treten.

Die verschiedenen E-Recruiting-Kanäle: Immerhin 89 Prozent hören auch auf persönliche Empfehlungen bei der Einstellung neuer Mitarbeiter. (Grafik: BVDW)

 

Jobbörsen bringen die besten Ergebnisse

Laut BVDW-Umfrage sind es jedoch die Stellenanzeigen in Online-Jobbörsen, die die besten Ergebnisse bringen, zumindest bessere Ergebnisse als soziale Netzwerke. Als Vorteil der Online-Jobbörse gilt vor allem die Kombination aus richtiger Zielgruppe und hoher Reichweite.

Doch die Unternehmen verlassen sich bei der Suche nach qualifizierten Bewerbern nicht nur auf deren Bewerbungsschreiben und die Profile in Xing oder Facebook. Eine immer größere Rolle spielen persönliche Empfehlungen, die von Kollegen, Vorgesetzten oder Geschäftspartnern ausgesprochen werden.

Soziale Netzwerke verlieren an Bedeutung

Viele Personaler glauben, dass die Bedeutung der Social Communitys für die Rekrutierung von Personal sinken wird. Derzeit werden Business-Netzwerke wie Xing zu 79 Prozent und soziale Netzwerke wie Facebook zu 76 Prozent stark genutzt. Das soll in den nächsten Jahren auf 65 bzw. 49 Prozent zurückgehen.

Die Aussage, dass E-Recruiting immer mehr Bedeutung gewinnt, gilt interessanterweise nicht für Manager in Spitzenpositionen. Da spielt E-Recruiting nur eine mittelstarke Rolle. In der Regel holen sich die Unternehmen via E-Recruiting vor allem neue Mitarbeiter im Bereich der Auszubildenden, Praktikanten oder auch Trainees und Volontäre (siehe Grafik).

 

Die unterschiedliche Bedeutung von E-Recruiting-Maßnahmen: Besonders Fachkräfte werden über E-Recruiting gefunden, bei Topmanagern sind Internetkontakte nicht so stark. (Grafik: BVDW)

Employer Branding wird immer wichtiger

Wenn der Mitarbeiter erst mal gefunden ist und eingestellt wurde, ist die Balz um den Kollegen aber noch lange nicht zu Ende. Laut Kienbaum wird derzeit der Aspekt »Employer Branding« immer wichtiger. Darunter versteht man die zielgruppenadäquate Arbeitgeberkommunikation, also die Art und Weise, wie sich das Unternehmen den eigenen Mitarbeitern gegenüber präsentiert. Denn Mitarbeiter, die sich mit dem Unternehmen positiv identifizieren, arbeiten besser.

Wenig Hoffnung macht Kienbaum den Befürwortern einer Frauenquote in Unternehmen. Satte 84 Prozent der in einer aktuellen Umfrage befragten Personalentscheider sind gegen eine solche Quote für Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten.

(Bildnachweis kleines Bild: Stephanie Hofschlaeger/pixelio.de)