Smart Grids und die Energiewende

von Thorsten Mehl 0

2. Hohe Zuverlässigkeit und Vorhersagbarkeit

Für ein stabiles Energienetzwerk muss die Kommunikation jederzeit komplikationsfrei ablaufen. Die Energiebranche hat verbindungsorientiertes Carrier Ethernet als Trend erkannt, um von der Effizienz von Ethernet als Transport-Technologie zu profitieren, aber auch die notwendige Robustheit zu gewährleisten, die von SONET bekannt ist. SONET steht für Synchronous Optical Networking und ist das Pendant zum europäisch/asiatischen SDH (Synchronous Digital Hierarchy), einer Multiplextechnik.

So wird konsistenter, vorhersagbarer Datenaustausch möglich, zudem bietet der Ansatz deutlich mehr skalierbare Kapazität bei weniger Kosten.

3. AMI-Backhaul – Rücktransport der Daten

Um die Endverbraucher, also die Smart Grid-Kunden, mit der Versorgungskontrolle und den Rechenzentren zu verbinden, ist eine sogenannte Advanced Metering Infrastructure (AMI) notwendig. Mit einer stabilen Wireless-Kommunikation vom Unternehmen zum WAN können beispielsweise Zählerstände online abgelesen oder die Stromversorgung einzelner Gebäude oder auch ganzer Gebiete remote ab- und wieder angeschaltet werden.

 

Das Backhaul-Layer (in der Grafik rechts von der Mitte) verbindet Stromzähler mit den Datennetzen eines Service Providers oder mit dem Netz eines Energieversorgers. (Grafik: Ciena)

Analog zum Backhaul-Netzwerk im Mobilfunk transportiert das AMI-Backhaul-Netzwerk Daten von Smart Metern oder mobilen Endgeräten der Außendienstmitarbeiter zurück. AMI-Backhaul-Netzwerk steht für Advanced Metering Infrastructure, also eine Netzwerkinfrastruktur, die mit intelligenten Stromzähler- und Steuerungsgeräten verbunden ist. Das Backhaul verbindet diese mit modernen Datennetzen eines Service Providers oder direkt mit dem Netz eines Energieversorgers.

Kombiniert man hierfür Ethernet-Switching mit einem Glasfaser- und Mikrowellen-Netzwerk ergibt sich eine robuste und leicht ausbaubare Backhaul-Architektur zwischen den Abnahmestellen und dem Netzwerk-Core.

Potenzial des Smart Grids gewinnbringend umsetzen

Smart Grids können mehr als »nur« eine effiziente, stabile Energieversorgung sicherstellen. Dank der erweiterten Möglichkeiten eines flexiblen Netzwerks können Versorger ganz neue Geschäftsfelder erschließen und neue Einnahmen sichern. Die Kapazität liegt im Gigabit-Bereich und die großen Reserven ermöglichen es Energieversorgern, als Anbieter von Telekommunikations-Diensten an den Markt zu gehen.

Das vieldiskutierte Triple Play aus der Steckdose? Tatsächlich gibt es bereits Praxisbeispiele, die die erfolgreiche Erschließung neuer Märkte durch Energieversorger aufzeigen.

Hochskalierbares Netzwerk in Tennessee

Im US-Bundesstaat Tennessee rüstete das örtliche Department of Electricity (CDE) in der Gemeinde Clarksville seine Strominfrastruktur auf, um die zahlreichen Strom-Ein- und Abschaltungen automatisiert durchführen zu können. Aufgrund des hohen Anteils an Soldaten und Studenten in der Gemeinde war die Fluktuation stets hoch und der Aufwand damit erheblich.

Nach dem Upgrade verfügte CDE über ein hochskalierbares Netzwerk und über genügend Kapazitätsressourcen, um eigene Dienste wie Fernsehen, Internet und Telefon anbieten zu können. Diese Dienste wurden so gut aufgenommen, dass CDE einen eigenen Telekommunikationsableger namens CDE Lightband gegründet hat.

Das Beispiel zeigt, dass ein intelligentes Netzwerk Verbrauchern und Anbietern große Vorteile bringen kann. Versorger, die sich mit einem Upgrade den steigenden Anforderungen von heute und morgen stellen, werden als erste von dem gewaltigen Marktpotenzial profitieren können.

Ein erfahrener Partner mit Expertise im Aufbau von NGNs (Next Generation Network, ein Sammelbegriff für Netzwerke der neuesten Generation) kann diesen Unternehmen helfen, neue Dienste schnell und flexibel bereitzustellen, automatisiert Kapazitäten in Echtzeit zuzuteilen, und durch graduelle Upgrades bereits getätigte Investitionen zu schützen.

Der Autor, Thorsten Mehl ist Leiter Vertrieb, Bereich Unternehmenskunden bei Ciena, Deutschland.

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