Starkes Quartal: Lenovo verdoppelt seine Profite

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Während Dell und HP über schwache Nachfrage im PC-Geschäft jammern, kann der chinesische Hersteller seine Gewinne kräftig steigern.

Lenovo veröffentlichte gestern Abend, im abgelaufenen Quartal einen ordentlichen Gewinnsprung hingelegt zu haben: 51 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und fast eine Verdoppelung zum Vorquartal. In nur zwölf Wochen blieben 123 Millionen Dollar Reingewinn in der Kasse – bei stolzen 5,9 Milliarden Dollar Umsatz allerdings keine besondere Rendite. Rückgrat des Erfolges ist nach wie vor die Notebook-Sparte, die 23 Prozent mehr umsetzte als vor einem Jahr, nämlich allein 3,5 Milliarden Dollar.

Während andere PC-Hersteller unter sinkenden Stückzahlen oder Erträgen leiden, blieb das PC-Geschäft bei Lenovo stabil, trotz der harten Zeiten. »Unsere Strategie ist aufgegangen, was die Performance des vorigen Quartals beweist«, betont Lenovo-Vorstand Liu Chuanzhi.

Branchenanalysten geben nicht nur der Kauf- und Investitions-Zurückhaltung in den Industrienationen die Schuld an der PC-Schwäche, sondern vor allem auch die wachsenden Erfolge von Tablets und Smartphones. So senkten die Marktforscher von IDC jüngst den Marktausblick und glauben jetzt nur noch an ein Plus von höchstens 4,2 Prozent, sofern alles gut läuft.

Am stärksten agiert Lenovo nach wie vor im Heimatmarkt: 47,9 Prozent aller Computerverkäufe verbucht der Konzern in China, was in 2,8 Milliarden Dollar Umsatz resultiert. Der Konzern geht davon aus, daheim über einen Marktanteil von nun 31,7 Prozent zu verfügen. In Europa und USA konnte Lenovo 8,5 Prozent Wachstum vorweisen, was 2,1 Milliarden einbrachte. Insbesondere in Deutschland erwarten die Chinesen weitere Erfolge, da sie hier jüngst den bekannten Discount-Anbieter Medion übernommen hatten. Weiteren Schub dürfte das Entwicklungs-Joint-Venture mit NEC bringen.