Neue IBM-Chips ahmen das menschliche Gehirn nach

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Programmierbare und lernende Synapsen in Chips sollen Computer stark verändern. Die Synapsen-Chips beruhen auf neurobiologischen Theorien statt auf klassischen Computerchips, die mit Transistoren das bekannte Modell »Eingabe – Verarbeitung – Ausgabe« befolgen.

Die Prototypen ihrer neuen Prozessoren nennen die IBM-Forscher  »denkende Computerchips«, im englischen Original etwas genauer »cognitive computing chips«.

Die neue Klasse von Chips soll Dinge wie Wahrnehmung, Kognition und Reaktion des menschlichen Gehirns grob nachahmen. Die »neurosynaptischen Chips« enthalten Schaltungen auf Siliziumbasis, machen dabei jedoch nicht Bekanntes nach dem »Von-Neumann-Computing«-Modell mit Rechen-, Steuer- und Ausgabe-Einheit nach, sondern versuchen im neuen Konzept, von Erfahrungen zu lernen und Assoziationen zwischen den gespeicherten Wissensdaten zu finden.

Die Schaltkreise und Algorithmen sind der Neurobiologie entnommen, teilt IBM mit; sie würden ähnlich arbeiten wie der menschliche Ablauf zwischen Neuronen und Synapsen im Gehirn. Die Prozessorkerne enthalten jeweils 256 Neuronen. Ein Testchip enthalte 262.144 programmierbare Synapsen, der andere 65.536 lernende Synapsen. So sollen bereits maschinelles Sehen, Mustererkennung, sowie assoziative Speicherung und Klassifizierung umgesetzt worden sein, teilt IBM mit.

Die Chips sind ein Ergebnis des Forschungspogramms SyNAPSE im IBM-Forschungszentrum in Almaden und wurden von der DARPA (»Defense Advanced Research Projects Agency«) mit 21 Millionen Dollar gefördert – ein DARPA-Projekt brachte bereits in den 60er-Jahren das Internet auf den Weg.
(Quelle kleines Bild oben: V. Yakobchuk – Fotolia.com )

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